Socialnomics: Buchrezension
Posted on | February 22, 2010 | 2 Comments
Endlich wieder ein Buchtitel, der mich nicht nur gleich angesprochen, sondern auch das gehalten, was er versprochen hat. Eine vertiefende Lektüre in ein sehr aktuelles und sehr wichtiges Thema, dass sowohl Einzelpersonen wie auch Organisationen, Unternehmen und Vereine gleichermaßen beschäftigen muss: “Wie Social Media Wirtschaft und Gesellschaft verändern” heißt der Untertitel des Werkes von Erik Qualman.

“Socialnomics” erklärt die wesentlichsten Aspekte der neuen Ökonomie. Und das ist kein Schlagwort, keine simple Idee, sondern ein mit Hochgeschwindigkeit heranrauschender Zug, der die Art und Weise wie Marketing betrieben wird, radikal verändert. Das Buch ist also zunächst eine in Prosa geschriebene Prozessdarstellung der Online Marktwirtschaft. Aber dabei bleibt es nicht. Es erklärt die grundlegenden Prinzipien, die hinter dieser Umwälzung stecken:
- Mundpropaganda und Psychologie
- Vertrauen und Handeln
- Netzwerke und Reputation
- soziale Rollen und ihr Verschwinden
- Transparenz und die Auflösung der Privatssphäre
Der Autor liefert für seine Behauptungen ausgesuchte Beispiele, diese seine Argumentation untermauern. Schön ist, dass man diese Beispiele gleich als Hands-on Tipps für seine eigene Online Arbeit nutzen kann. Bei der schier unendlichen Anzahl von Beispielen muss man sich aber fragen, ob man je in der Lage sein wird, diese nützlichen Hinweise jemals nur annähernd im eigenen Unternehmen umzusetzen. Um es kurz zu fassen: man kann das Buch mit ins Bett nehmen und in einem durchlesen. Fad wird einem nicht, nur genug Post-its sollte man mitnehmen, um alles wichtige zu markieren und zu notieren. Am nächsten Morgen sollte man das Buch aber sein lassen, denn das Geheimnis von Socialnomics ist die Umsetzung im Web.
Eine dringende Empfehlung an alle Marketing-Interessierten!
Bibliographische Angaben:
Socialnomics: Wie Social Media Wirtschaft und Gesellschaft verändern
Tags: Bibliotheksmarketing > online marketing > social media > trends > wirtschaft
Comments
Die deutsche Internetwirtschaft 2009-2012
Posted on | February 17, 2010 | No Comments
Heute geht’s um eine Studie von eco (Verband der deutschen Internetwirtschaft) und Arthur D Little (internationale Unternehmensberatung) über die deutsche Internetwirtschaft 2009-2012. Im Sinne des Wertschöpfungsmodells werden alle Teilbereiche der Internetwirtschaft erfasst und auf Treiber, Marktindikatoren und Trends untersucht:
- Infrastrukturelemente ()
- Netzinfrastruktur und -betrieb
- Dienste & Anwendungen (z.B. diverse Host-Provider oder Apps Anbieter)
- Aggregation und Transaktion (z.B. Amazon.de, scout24 etc)
- Internet-Inhalte aller Form
- Endgeräte (Hardware)
Auf den ersten Seiten finden sich allgemeine und brauchbare Angaben zur Entwicklung des Internetsektors, so z.B. die Anzahl der Internetnutzer, der Medienkonsum und die Verschiebung zwischen den Medien selbst. Insgesamt sind rund 250.000 Personen in der deutschen Internetwirtschaft tätig, mit dem größten Anteil im Bereich des eCommerce. Rund 6.000 Unternehmen sind diesem Wirtschaftszweig zuzuordnen, mit einem Gesamtumsatz von 45,7 Mrd Euro im Jahr 2008. Interessant ist auch, dass die weltweite Wirtschaftskrise im Jahr 2009 der deutschen Internetwirtschaft nicht schaden konnte.
Ein Großteil der Studie ist Trends und Treibern der Marktentwicklung gewidmet. Da finden sich so klassische Themen wie
- IPv6 als neues Internetprotokoll der Zukunft
- Touch screens
- Microblogging und Lifestreaming
- Soziale Netzwerke
- Mobile Internetnutzung
aber auch seltener Gehörtes:
- Open Innovation
- web-oriented Architecture (aka cloud computing)
- “Internet TV”
Die Studie zeigt, wo die Zukunft der Wirtschaft liegt – im Web. Wen die Studie im Detail interessiert, bitte auf eco.de bei Peter Koller anfordern.
Comments
Neue Features beim CIA Factbook
Posted on | July 7, 2009 | 1 Comment
Sommerzeit ist Urlaubszeit, und das heißt bei mir meist eines: Reisen. Noch am Wochenende im Wallis in der Schweiz mit Mountainbike und Klettersteigset unterwegs, sitze ich heute im Büro und muss wieder – nach einer Kulisse aus Gletschern, 4000ern und Wasserfällen – den Einstieg in Bits and Bytes finden. Das ist nicht leicht, und man sollte das mit Vorsicht tun. Mein Trick ist, in den Pausen schon mal das eine oder andere Detail der nächsten Reise zu planen oder mir Ideen zu holen, teils aus dem Web.

Eine interessante Quelle für länderspezifische Informationen ist das CIA Factbook. Es ist gewiss ein Überblick, der Daten einer Nation auf einer Webseite unterbringt. Was manchmal nur an der Oberfläche zu kratzen scheint, dient der besseren Übersicht.
Im CIA Factbook finden sich alle relevanten geographischen, demographischen, ökonomischen und geschichtlichen Daten eines Landes, sondern auch noch Angaben zur Regierungsform, Transportwesen, Kommunikationsmittel, Militär und “Dauerbrenner” nationalen Interesses.
Neue Features sind nun nicht nur das veränderte Interface der Seite, sondern auch ein Rankingsystem, dass das betrachtete Land mit dem Rest der Welt vergleicht. Die Daten, die ich über das CIA Factbook bekomme, sind teils detailreicher (Beispiel “UK military”) als über die Computing Suchmaschine Wolfram Alpha, aber auch Wikipedia liefert keine exakten Daten, sondern berichtet mehr über die Bedeutung des Militärs in Großbritannien.
Ein weiteres Feature zur Steigerung der Übersichtlichkeit ist ein Gegenüberstellung einzelner Daten aller Länder. Dazu muss am rechten Rand der Länder-Info ein Icon angeklickt werden, und ich erhalte eine Liste mit den wichtigsten Daten jeder Nation aus einem bestimmten Interessensgebiet (z.B. Ländergröße).
Weitere Länders-spezifische Daten erhalte ich auch bei NationMaster oder InfoPlease.
Tags: datenbank > enzyklopädie > fakten > globale daten > länder > wirtschaft
Comments
Newssift: Suchmaschine für Finanznachrichten
Posted on | March 31, 2009 | No Comments
Eine sehr neue Suchmaschine ist Newssift, die sich auf Nachrichten aus dem Finanzsektor beschränkt. Rund 4.000 Newsquellen werden indexiert und in einer semantischen Suchmaschine vernetzt dargestellt. Informationen werden über Tags und Kategorien nochmals zur Vertiefung angeboten: Geschäftszweig, Personen, Organisationen, Orte, Themen.

Jede Suchanfrage bringt neben den üblichen Treffern auch eine Auswertung,
- wie der Inhalt im Artikel bewertet wird (positiv, neutral, negativ)
- die Zusammensetzung der Quellen aussieht.
Der Filtermechanismus ist ebenfalls recht ausgeklügelt. Wählt man z.B. ein Thema, werden weitere Begriffe aus Themen, Personen, Geschäftsfeldern, Orten angeboten. So kann man sehr schnell in die Tiefe vordringen.
Tags: ökonomie > finanzen > suche > suchmaschine > wirtschaft
Comments
Der Markt der Avatare – reale Unternehmen in Second Life
Posted on | March 19, 2009 | No Comments
Second Life ist, trotz negativer Presse nach einem Jahr Hype, ein hochaktuelles Thema: nicht nur was die Beschäftigung der Wissenschaft mit diesem Thema betrifft, sondern vor allem weil es immer noch eine sehr große Masse an funktionierenden Einrichtungen, Gemeinschaften und Zukunftsvorstellungen gibt. Dies können reisserische Zeitungsberichte nicht “wegleugnen”, höchstens ausblenden.

Das Buch “Der Markt der Avatare – reale Unternehmen in Second Life” von Matthias Rückert und Gregor Vincentz beschäftigt sich mit einem Teilaspekt dieser virtuellen Welt: es geht um die Ökonomie von Second Life. D.h., um die wirtschaftlichen Grundlagen von in der wirklichen Welt ansässigen Unternehmen, die in Second Life eine Dependance eröffnen möchten.
In einem ersten Teil geht es um die wirtschaftlichen Grundlagen, die Second Life bietet. Wie kaum eine andere virtuelle Welt ist Second Life in Sachen ökonomischer Freiheiten ein Vorzeigebeispiel. Währung, Märkte und Preise sind fast gänzlich den real-typischen Marktmechanismen “nachempfunden” – sie regeln sich fast ohne Zutun des Betreibers selbst. Trotzdem weisen die Autoren auf die wirtschaftlichen und rechtlichen Gefahren (im Sinne finanzieller Risiken) hin.
Dieser Widerstreit aus Möglichkeiten der Plattform, potentieller Risken und einer trotz millionenfacher Registrierungen recht kleinen Anzahl potentieller Nutzer (die tatsächlich aktive Bevölkerung von Second Life liegt irgendwo zwischen 350.000 und 1,5 Millionen, je nach dem wie die Intensität der Nutzung als Argument verwendet wird) wird besonders in den 16 Fallbeispielen sichtbar, die gleichzeitig das Interessante an diesem Buch darstellen. Sie zeichnen die Versuche und die Erfahrungen von Unternehmen nach, die trotz (manchmal massiver) Investitionen unterschiedliche Resultate erwirtschaftet haben.
Ich möchte dieses Buch allen empfehlen, die sich entweder mit dem Einstieg ihres Unternehmens in Second Life beschäftigen, sowie allen, die im Bereich Marketing unterwegs sind. Es bietet einen schnellen und guten Überblick über die Möglichkeiten eines neuen, interessanten und zukunftsträchtigen Vertriebs- und Kommunikationskanals.
Bibliographische Angaben:
Matthias Rückert, Gregor Vincentz
Der Markt der Avatare – reale Unternehmen in Second Life
Books on demand Gmbh, Nordstedt, 2008
Tags: marketing > second life > virtuelle welt > wirtschaft




