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OECD Internet Outlook

Posted on | October 11, 2012 | No Comments

Die neue Ausgabe des OECD Internet Outlook 2012 ist erschienen und hier erhältlich. Das fast 300 dicke Dokument liefert Daten zur Entwicklung des Internets – Makro-Trends, Breitband, Ökonomie, Sicherheit, Datenschutz, etc. Definitiv ein Werk für weitere Marktrecherchen.

Eine freie Ausgabe kann auch online durchgeblättert werden.

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Start zum OPCO2012

Posted on | April 19, 2012 | No Comments

Diese Woche startete der OpenCourse 2012 zu EduMedien und -Technologien. Das Thema der erste Woche ist Technologie-Trends, etwas, was mich immer schon beschäftigt. Grundlage für diese erste Woche ist der allseits bekannte Horizon-Report, diesmal also die 2012er-Ausgabe. Auch andere Dokumente zum Thema wurden bereitgestellt und stehen den Teilnehmern zur Diskussion zur Verfügung.

Der Horizon-Report ist eine Quelle aus Altbekannten und interessanten, neuen Erkenntnissen. Keine der Technologien ist wirklich neu, aber um das geht auch gar nicht. Vielmehr geht es um die Einschätzung von rund 50 Experten, welche Technologien in den nächsten Jahren eine gewisse Bedeutung im Unterricht erlangen werden.

Die Besprechung ist ausführlich und detailliert. Mir fehlte allerdings die kritische Auseinandersetzung mit den vorgestellten Trend-Technologien im Sinne der Technikfolgenabschätzung. Dadurch erhält das Horizon-Papier eine einseitige, schönrednerische Perspektive, die es zu Unrecht erhält. Potentiale aufzuzeigen ist legitim, die Kehrseite der Medaille, soweit absehbar oder bekannt, wäre aber auch wichtig.

Im MMB-Monitor (Okt 2011) wird die Thematik ähnlich diskutiert. Was mich etwas verwundert hat, war allerdings die Feststellung, dass in den kommenden Jahren die Dokumentation von Wissen eine Hauptaufgabe der Personalentwicklung sein wird. Nun, war sie das nicht schon immer? Bin gespannt, wie man das methodisch angehen möchte, oder werden die Personalverantwortlichen die Fehler der ersten Wisssensmanagement-Generation wiederholen und kläglich scheitern?

Link: OPCO2012

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Siri und die Folgen: Teil 1 – Bibliotheken

Posted on | November 10, 2011 | 1 Comment

Voice recognition” oder Spracherkennungssoftware ist eine alte Spielwiese der Computerindustrie und Computerwissenschaft. Tatsächlich sind hier viele Wissenschaftsgebiete involviert, wenn es darum geht, Sprache zu erkennen. Dazu gehören Linguistik, Semantik, Ontologie, Artificial Intelligence, Maschinenlernen, Wissensrepräsentation. Kommen uns da erste Assoziationen?

Vor Wochen wurde das neue iPhone 4S präsentiert. Viele Experten fanden das Ergebnis enttäuschend, bot die Hardware kaum Upgrades. Auf der Seite der Anwendungen wurde nun Siri vollends integriert (früher konnte Siri als App genutzt werden). Siri ist ein digitaler Assistent, welcher mit Hilfe einer nun “reiferen” Spracherkennungssoftware mündliche Befehle entgegennehmen und verarbeiten kann.

Die User-Erfahrung mit Siri ist durchaus positiv, auch wenn es noch Probleme mit der Semantik gibt. Im Großen und Ganzen liefert Siri aber erstaunlich gute Ergebnisse und leistet seinen Beitrag zur Produktivität seines Besitzers. Wenn auch Siri derzeit beschränkt Aufgaben wahrnehmen kann, das Potential ist enorm. Und das bringt mich zur Frage, wie sich eine Spracherkennungssoftware wie Siri in Smartphones auf den Alltag in Bibliotheken auswirken könnte.

Recherche

Eine der häufigsten und zeitaufwändigsten Aufgaben eines Bibliotheksnutzers ist das Recherchieren im Bibliotheksbestand. Recherchen in diesen Oberflächen (Web-Opac, Primo, etc.) sind nicht trivial, so dass Bibliotheken gar Nutzerschulungen anbieten. Nun kommt Siri und empfängt meinen mündlichen Befehl, die wichtigsten 10 Titel zum Thema “Spracherkennungssoftware” zu entlehnen. Anstatt also selbst in die Tasten zu klopfen, Literaturverzeichnisse, Rezensionen etc. durchzukämmen, um nicht nur Titel sondern auch deren Bedeutung in der wissenschaftlichen Diskussion festzustellen, bedient sich Siri entsprechender Partnerdienste, die über entsprechende Daten verfügen. Denkbar wären Wikipedia, WorldCat oder Amazon, einfach weil sie über die komplettesten Daten verfügen (würden). Daneben bräuchte es eine Schnittstelle, in der solcher Datenaustausch erfolgen kann. Amazon Prime Nutzer könnten dann sofort über Siri einen Abstract vorgelesen bekommen oder gar das eBook als Volltext möglicherweise kostenlos entlehnen.  Ein Web-Opac könnte noch Nischenfunktion haben (spezielle e-Journals z.B.), allerdings ist die Frage, ob Apple oder ein anderer großer Player mit Bibliotheken, evt. abhängig von deren Größe, Datenlieferverträge abschließt. Ich stelle mir das für Bibliotheken allerdings deshalb schwierig vor, weil a) 99% in den nächsten 10 Jahren nicht über die Technik zur Realisierung verfügen (ein entsprechendes Software-Upgrade von Bib-Software-Anbietern wird ebenso lange auf sich warten wie die Einführung von Primo und damit die Anhebung eines Web-Opacs auf niedriges Web 2.0 Niveau), und b) nicht über das entsprechende Budget: Siri wird Traffic liefern, und das heißt, Bibliotheken müßten für den erhaltenen Traffic bezahlen. Mir ist keine Bibliothek bekannt, die für das Generieren von Traffic an Dritte Geld ausschüttet.

Informationsdienste und -beratung

Jene Qualität, die Bibliotheken von Suchmaschinen unterscheiden, ist die Beratungsqualität. Das heißt, ich kann meine meist komplexe Frage an einen sachkundigen Experten stellen und bekomme zumindest Anregungen und Hilfestellung. Siri ist ein sachkundiger Experte und wird mir, so sich die Entwicklung der Spracherkennungssoftware und künstlichen Intelligenz stetig fortsetzt, Lösungen liefern. Denken wir an den Unterschied zwischen Google und Wolfram Alpha. Google liefert Suchergebnisse, Wolfram Alpha Lösungen. Wolfram Alpha entfernt diese Zwischenschicht Google. Siri überspringt die Bibliothek, wenn es um Beratung geht. Wer also jene Daten, die Siri für seine Beratung nützt, Siri bereitstellen kann / darf, wird auch beraten. Ich bezweifle, dass es Bibliotheken sein werden.

Auch wenn sich diese zwei Szenarien nicht sofort und auch nicht bei jedem Bibliotheksnutzer durchsetzen werden, eines ist klar: der Markt für Bibliotheken wird in seinem Kernsegment weiter beschnitten. Bibliotheken sollten die Frage nach ihrer Rolle in der Informationsgesellschaft weiter hinterfragen. Viel Zeit bleibt nicht.

Im 2. Teil möchte ich kurz auf die Thematik Siri und Google eingehen. Da ergeben sich genauso revolutionäre Fragestellungen.

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Trends in 2011

Posted on | January 19, 2011 | 1 Comment

Eine hübsche, wenn auch umfangreiche Slideshow habe ich auf Slideshare entdeckt: 100 things to watch in 2011. Wer sich die Slides durchsieht, bemerkt, dass es sich nicht nur um Technologien, sondern vor allem Trends im Lifestyle handelt. Das Bewußtsein für Umwelt, die Vielfalt der Ökonomie und unser Verständnis von “Leben” verändert sich ebenso rasch wie die Technologie. Bei einer Präsentation in Zürich hat man mich neulich gefragt: “Was sollen Bibliotheken tun, die sich keinen Innovationsmanager leisten können?” Nun, diese Slideshow wäre mal ein Anfang :D

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Trendforschung mit Yahoo! Clues

Posted on | November 26, 2010 | No Comments

Eine sehr interessante Sache ist es, dem User über die Schulter zu schauen. Das treiben ja alle Suchmaschinenbetreiber, in diversen Formen. Yahoo! lässt uns wie schon Google mti Zeitgeist ein bißchen teilhaben und verschafft uns Einblicke in die demographischen Daten ihrer Nutzer.

Yahoo! Clues ist dabei überraschend “tiefgründig” und erlaubt allerlei Abfragen. Das Tool wird vor allem Online Marketing Fachleute entzücken, gibt es zum entsprechenden Keyword oder Phrase nicht nur Daten wie tägliche Nachfrage, sondern auch woher und von wem diese Anfragen kamen. Interessantes Detail: User werden unterschiedlichen Einkommensschichten zugeordnet. Damit kann auch der Wert eines Keywords für ein Online Marketing Konzept (Stichwort: Conversion) besser eingeschätzt werden.

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GeoEye liefert detaillierte Aufnahmen von oben

Posted on | May 28, 2010 | No Comments

Google LatLong berichtet in einem Post über die neuesten Daten, die Google’s Satellit GeoEye von oben von uns liefert. Um einige der tollen Aufnahmen anschauen zu können, muss man in Google Earth “GeoEye Featured Imaginary” anklicken, so dass diese inkludiert werden. Interessante Bilder gibt’s vom Burning Man Festival, der Amtseinführung Barack Obama’s oder auch vom Mt. Kilimandjaro.

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Die Star-Alliance der Hybridbibliotheken – Teil 5

Posted on | April 21, 2010 | No Comments

[Lesen Sie hier Teil 4 der Serie...]

5. Die Hybridbibliothek der Zukunft – das Star-Alliance-Modell?

Ich habe versucht, eine Strategie zu entwerfen, die Hybridbibliotheken wieder in den Mittelpunkt der Wertschöpfungskette „Wissenschaft“, „Lehre“ oder „Lebensbegleitende Bildung“ rücken. Diese Strategie vielleicht hübsch, dennoch hat sie in der Realität mit Bremsklötzen zu kämpfen: fehlendes Investitionskapital, starre Strukturen, limitiertes Know-How. Das alles drückt auf Projekte, die bereits bestehende Ressourcen (Content beispielsweise) auspielen möchten (Digitalisierung z.B.).

Diesen Limits könnte man mit einer Strategie der Synergien begegnen. Da Bibliotheken untereinander eher unterstützend agieren und sich weniger als Konkurrenten sehen, die Bedrohung von außen aber als eine gemeinsame empfinden, liegt nichts näher, als verteilte Ressourcen zu bündeln und konzentrierter einzusetzen.

Damit ist nicht etwa eine zentrale Mittelverteilungsstelle gemeint, oder eine große Bibliothek als Dach für alle anderen, sondern ein Modell, dass wir schon aus anderen Branchen kennen, wie der Luftfahrt. Unternehmen schließen sich zu einer strategischen Allianz zusammen, um ihre Ressourcen besser zu verwenden, anstatt sie für Aufgaben auszugeben, die lokal von einem Mitglied so oder so übernommen werden können. Dieses „Star-Alliance“-Modell ist sicherlich nicht 1:1 auf die Bibliotheksszene übertragbar, hat aber dennoch einige interessante Effekte und Potentiale:

  • Das Modell der Nationallizenzen, in Deutschland schon praktiziert, zeigt die Möglichkeit der Kostenreduktion bei gleichzeitigem Zugang zur Informationsressource für alle Bibliotheksnutzer. Hybridbibliotheken würden hier als lokale Informationsversorger agieren, die über nationale Ressourcen verfügen.
  • Nutzer haben über ihre Hybridbibliothek Zugang zum Content aller anderen Bibliotheken dieses Netzwerks
  • Was wir heute schon im Verbund bei der Formal- und Sacherschließung haben, könnte man auf die Gebiete der Web-Applikationen ausweiten, Rechnerleistung teilen, zentrale und mächtige Suchwerkzeuge etablieren.
  • Jede lokale Hybridbibliothek würde ihr Fachgebiet weiterhin pflegen und auch den Netzpartnern ihr Know-How über ihre Teilnahme zur Verfügung stellen. Davon profitieren wiederum die Nutzer anderer Hybridbibliotheken.
  • Das vereinzelte Know-How bei der Umsetzung eines solchen Projektes (inhaltlich, technisch, betriebswirtschaftlich) würde wiederum aus den einzelnen Partnern des Netzwerks stammen.

Eine Star-Alliance der Hybridbibliotheken wäre miteinander stark vernetzt (technisch, inhaltlich) und nicht so locker wie die Szene heutzutage über gemeinsame Arbeitsgruppen. Es müsste eine klare Aufgabenteilung und –übernahmen geben, damit in einem Netz Dienste effizienter und effektiver für den Nutzer angeboten werden könnten. Die Star-Alliance würde sich als Service-Provider verstehen, der alle Aufgaben, die zur Wertschöpfung von Wissen notwendig sind, abdeckt.

Der Vorteil eines Netzwerks von Hybridbibliothek liegt aber nicht nur in besseren Einkaufskonditionen, besserer Know-How Konzentration und Bündelung von Arbeitsressourcen, sondern auch in seiner neuen Rolle als ernstzunehmender Publikationsort: entweder als Marke oder zumindest als technische Plattform, die Wissenschaftler zur Veröffentlichung, Zitation genauso wie zur einfacheren Recherche dienen könnte.

Ein Netzwerk von Partnern vermeidet auch die Bildung eines zentralen Wasserkopfes. In der Technik ist ein solches verteiltes Konzept nur zu begrüßen: lokale Betreuung, höhere Sicherheit, Ausgleich der Serverlasten, geringeres Ausfallsrisiko. Auch könnten damit bestehende Infrastruktur sinnvoll weiter genutzt werden. Es entsteht so kein Sub-Dienstleistungsunternehmen, welches IT-Services anzubieten hat. Die Konflikte auf den Unis zwischen IT-Abteilungen und Bibliotheken sind Legende. Eine zentrale Stelle würde diese Erfahrung nur verstärken.

Eine Star-Alliance, die die Wissenswertschöpfung zum Inhalt und Ziel hat, würde als Service-Provider wahrgenommen werden. Cloud computing, Informationsrecherche, Content-Erschließung, alles in einer großen Menge, die nicht nur auf die Nutzer (Mehrwert) eine positive Sogwirkung hätte, sondern auch auf Partner außerhalb der eigentlichen Bibliotheksszene.

Damit komme ich zum letzten Punkt, den ich als die große Stärke eines solchen Netzwerkes sehen würde: das Angebot von lebensbegleitenden ePortfolios. ePortfolio ist ein Konzept, welches zwar schon auf diversen Universitäten weltweit praktiziert wird. Doch nach Ende der Ausbildung ist das ePortfolio-Thema erledigt. Das liegt selten an der entsprechenden Uni, vielmehr, dass der Einzelne in einem neuen Kontext tätig wird – beruflich, oder auf einer anderen Uni. An diesen Orten ist die wahrscheinlich groß, dass ich wiederum neue, individuelle Werkzeuge präsentiert bekomme, mit denen ich meine Weiterbildung organisieren kann. Ein lebensbegleitendes, systematisch aufgebautes ePortfolio gibt es dann nicht, sondern nur mehr Fragmente, bestenfalls. Ein Netzwerk von Hybridbibliotheken könnte diese technische Struktur bereitstellen, über das entsprechende Image („neutral“, vertrauenswürdig) verfügen und zudem als integraler Bestandteil der Wissenswertschöpfung (Phase der Wissensgenerierung, Planung von Zielen, Publikation) eine zentrale Rolle einnehmen. Damit würden die Hybridbibliotheken zum Mittelpunkt der lebensbegleitenden Bildung werden – technisch, inhaltlich wie auch in ihrem Rollenverständnis.

Und nun zu Ihnen: Was halten Sie von diesem Szenario: denkbar, unvorstellbar, unter umständen realisierbar?

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Die Star-Alliance der Hybridbibliotheken – Teil 4

Posted on | April 14, 2010 | 2 Comments

[der dritte Teil der Serie ist hier nachzulesen...]

4. Ziele und Strategien einer Hybridbibliothek

Wir haben eine Hybridbibliothek definiert als eine Institution / Dienst, welcher nicht nur den Zugang zu elektronischen Ressourcen oder die Kombination von Webquellen und Bibliotheksquellen anbietet, sondern alle Arten von Informationen unter einem / mehreren Interfaces zur Verfügung stellt. Daraus lassen sich die Elemente einer Hybridbibliothek ableiten:

  • Elektronischer Zugang zu konventionellen und elektronischen Informationsquellen
  • Zugänglichkeit ist DAS Kriterium, nicht Besitz! Stichwort: globale Daten
  • Auswahl, Ordnung und Auffindbarkeit müssen auf das elektronische Medium angepasst sein, gleichzeitig die Bibliothek als Ort nicht vernachlässigt
  • Nutzer sind nicht gleich Nutzer: Nutzergruppen sind sehr heterogen, und dies muss beim Zugang, beim Interface und den Funktionen berücksichtigt werden

Das strategische Ziel von Hybridbibliotheken muss es sein, wieder in den Mittelpunkt des Wissenskreislaufs zu rücken und dort quasi in der Vertikalen Positionen einzunehmen, die ihr die Zukunft sichern werden:

  • „Content is king“ – und den hat die Bibliothek mehr als genug
  • Wissenschaftsbibliotheken sitzen meist an den Quellen akademischer Wissensproduktion
  • Hybridbibliotheken haben in aller Regel ein direktes Vertriebsnetz zu ihren Kunden

Im „Mittelpunkt des Wissenskreislaufs“ zu stehen heißt, Hybridbibliotheken brauchen Andockstellen, die wie selbstverständlich „angelaufen“ werden, wenn es um Beschaffung, Retrieval oder Verarbeitung von Information geht. Ich spreche hier von

  • Erweiterung der Zugangsmöglichkeit zum Content und den Services einer Bibliothek: remote, mobil, Volltext
  • Personalisierung der Nutzung: Möglichkeit der Gestaltung individueller Portale mit Quellen, Feeds und Community zum Austausch mit der Bibliothek und zwischen den Nutzern
  • Übertragung von Inhalten auf andere Hardware, Bearbeitung mit Werkzeugen der Bibliothek / der Nutzer

In der Regel wird ein Nutzer es vermeiden, ein x-tes persönliches Portal einzurichten. Das sollten Bibliotheken berücksichtigen und folglich über entsprechende Standardschnittstellen bzw. Apps verfügen, die es den Nutzern erlauben, Funktionen von Hybridbibliotheken in die bereits verwendeten persönlichen Portale zu integrieren. Im Unterschied zu anderen Informationsprovidern wie Communities, Feeds, Suchmaschinen etc. soll die Hybridbibliothek aber Applikationen anbieten, die über den Zugang zu und Recherche von Informationen hinausgeht. Sie sollte sich als Zentrale der Wissenswertschöpfung aufstellen. Dazu gehören folgende Aspekte:

  • Transformation: Syndizierung von heterogenen Quellen und Übertragung in ein gemeinsames Format
  • Zusammenfassung der Suche: Suchfunktionen für diesen individuell zusammengeführten Content
  • Aufbereitung: Annotationsmöglichkeit zu den einzelnen Informationseinheiten
  • Verarbeitung: Bereitstellung einer Arbeits-Oberfläche für Wissenschaftler und andere Zielgruppen, welche der Text- und Medienerstellung dienen.
  • Individuelle Ordnung: Zuordnung von Inhalten zu einer individuell erstellten Topic-Map, welche eigene Dokumente, Kontakte, Events, Seminare, etc inkludiertVernetzung des Nutzerwissens: persönliche Verweise in Dokumenten in Form von Links
  • Distribution: Publikation eigener Schriften, mit der Möglichkeit der Bewertung durch Peers und Experten (Fach-Community)

Diese Funktionen und sicherlich noch eine Menge mehr sollten es dem Nutzer ermöglichen, ohne Medienbruch den vollständigen Prozess von der Beschaffung über die Produktion bis zur Publikation zu durchlaufen. Dem Nutzer ist es egal, wer diese Dienste anbietet. Wichtig ist, dass Effizienz (Zeit, Kosten), Sicherheit (Datenverlust, Datenschutz, 24/7-Verfügbarkeit) und Effektivität (Zugänglichkeit, Output, Vertrieb) in höchstem Maße unterstützt wird. Der Nutzer wird sich jene Systeme auswählen, die ihn dabei am besten unterstützen. Noch gibt es keine am Markt erhältlichen Systeme / Modelle, die eine gesamthafte Wissensproduktion abbilden und unterstützen können. Die Frage ist also, wie kann eine Hybridbibliothek diese strategisch exzellente Position einnehmen?

Letzter Teil (5): am 21.4.2010, hier im MBI-Blog

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Die Star-Alliance der Hybridbibliotheken – Teil 3

Posted on | April 7, 2010 | 1 Comment

[Zweiter Teil der Serie ist hier nachzulesen...]

3. Technische Entwicklungen und Potentiale der Zukunft im Umfeld der Hybridbibliothek

Im technologischen Umfeld der Hybridbibliothek tut sich sehr vieles, und sie hat sehr viel Mühe, hier Schritt zu halten. Oft sind es die Nutzer, die fast schlagartig neue Hardware, Applikationen und somit Verhaltensweisen übernehmen und an den Tag legen, die sie sich zeitgleich von Hybridbibliotheken erwarten. Man fühlt sich an ein Wettrüsten erinnert. Um ein solches Wettrüsten zu gewinnen, muss die Bibliothek die Technologie und ihre Verwendung mitbestimmen. Leichter gesagt als getan. Sie hat weder die Etats noch das Know-How oder Personalstärke, um eigene Forschung zu betreiben, Produkte zu entwickeln und so hier so etwas wie ein Player zu sein. Aber auch wenn sie einer wäre, würde ihr Einfluss marginal bleiben.

Schauen wir uns die Technologie- und Lifestyle-Treiber der letzten Jahre an, so sind das alles Produkte oder Dienstleistungen, die es in unsere alltäglichen Prozesse geschafft haben. Sie sind Teil unserer häufigsten und wichtigsten Abläufe, ob gerechtfertigt oder nicht. Irgendwie haben sie sich eingenistet und sind nicht mehr wegzudenken: eMail, Mobiltelefon, GPS. Was ist diesen wenigen Beispielen gemeinsam? Sie sind alle günstig oder kostenlos, leicht zu nutzen, bieten immensen Mehrnutzen gegenüber ihren technischen Vorgängern. Volltextsuche, Applications in the cloud, eBooks. Für User eine Selbstverständlichkeit. Und für Bibliotheken?

In der näheren Zukunft werden neue Hardwareschnittstellen zum Web, natürlichsprachliche Suchmechanismen und die digitale Zusammenarbeit unser Leben bestimmen. In dieser Hinsicht sind Entwicklungen wie Primo, Digitalisierung des Altbestandes, die Öffnung der Lesesäle zwar eine erfreuliche Entwicklung, aber letztlich nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Beeinflusst damit die Bibliothek die Art und Weise, wie Menschen mit Technik umgehen, oder läuft sie der Technik nach, weil ihre Nutzer diese schon seit Jahren selbst-verständlich anwenden und als solche erwarten?
Teil 4: am 14.4.2010, hier im MBI-Blog

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Die Star-Alliance der Hybridbibliotheken – Teil 2

Posted on | March 31, 2010 | 2 Comments

[Erster Teil der Serie hier...]

2. Status quo oder woran krankt das Hybridbibliothekskonzept?

Das Konzept der Hybridbibliothek weckt Hoffnungen und Erwartungen, die Vorteile des klassischen und der elektronischen Bibliothek zu vereinen:

  • Zeitgleicher, sicherer und allgegenwärtiger Zugriff auf Informationsbestände
  • Geringe Infrastrukturkosten bei gleichzeitig fast unbegrenztem Speicherplatz
  • Effizienterer Einsatz verfügbaren Ressourcen
  • Einbindung von und Kommunikation mit LeserInnen
  • Hohe Erschließungsqualität und präzise Retrievalmöglichkeiten

Die Erwartungen an die Hybridbibliothek liegen also vor allem im Service, in der Wirtschaftlichkeit, im Zugang und Angebot. Besonders wichtig ist die Hybridbibliothek allerdings auch für die Zukunftsfähigkeit des Konzepts der Bibliothek (Sühl-Strohmenger, 2007): Was kann / will die Bibliothek im Hinblick auf alternative Informationsprovider sein? Sühl-Strohmenger nennt u.a. folgende Erwartungshaltungen von Forschenden und Studierenden:

Wissenschaftler:

  • direkter Link vom Nachweis zum Volltext
  • gedruckte und elektronische Quellen am Arbeitsplatz, strukturierte Fachinfo
  • personalisierte Dienste, One-stop-shop
  • wichtigste Informationsquellen: Fachmagazine, Suchmaschinen, Bibliographien
  • integrierte Recherche über Wissensgebiete und Vernetzung der Information

Studierende:

  • Was wird am stärksten genutzt: Fachzeitschriften, Fachbücher, OPAC, Internet, Recherche, Lesesäle, Ausleihe
  • Was wird am stärksten gefragt: Ausbau der elektronischen Recherche, beschleunigte Dokumentlieferung, mehr Informationsmarketing

Wie sieht dazu die Realität in Hybridbibliotheken aus? Die Unzufriedenheit mit Bibliotheks-angeboten (oder sagen wir: der vermehrte Gebrauch anderer Informationsprovider) basiert großteils auf folgenden Ursachen:

  • Die Informations- und Datenbestände sind limitiert: kaum eine Bibliothek hat genug Ressourcen, um für „alle“ die entsprechende Informationsversorgung sicherzustellen.
  • Die Vernetzung digitaler Information bedarf einer entsprechend homogenen Erschließung auf Metadaten-Ebene. Die Methoden (manuell erstelltes Verzeichnis, Spider-Technologie, bibliothekarische Erschließung) bieten gleichzeitig Vor- und Nachteile (Genauigkeit versus Quantität), so dass ein exaktes wie themen-übergreifendes Retrieval nur punktuell gelingt.
  • Der Durchgriff auf den Volltext hängt stark von den jeweiligen Lizenzen und der angebotenen Technik ab. Die Bestellung nicht online verfügbarer Ressourcen ist zwar möglich, wird aber von vielen Kunden als allerletzte Möglichkeit in Betracht gezogen.
  • Retrieval-Systeme werden als Abfragemasken wahrgenommen, nicht aber als persönliche Arbeitsoberfläche im Umgang mit Information. Dadurch möchten Nutzer Information auf Datenträger (USB-Stick, Notebook, CD-ROM), die ihrer Kontrolle unterliegen, ziehen, um die gewonnen Informationen auf eigenen Plattformen und mit individueller Software weiter bearbeiten zu können. Hier kommt es zu weiteren Konflikten mit Lizenzen und DRM.
  • Die Hybridbibliothek hat sich einen Platz im akademischen Kontext im Bereich der Wissensproduktion gesichert, allerdings einzig als ein Input-Lieferant der Ressource „Information“. Alle anderen Prozesse der Wertschöpfungskette „Wissenschaft“ gehen mittlerweile gänzlich an der Hybridbibliothek vorbei. Eine Ausnahme bildet hier die Verfügbarmachung von akademischen Publikationen aus dem eigenen Haus, was einer verteilenden Funktion gleichkommt.

Im nächsten Abschnitt geht es um technische Entwicklungen, die sich im Kontext der Hybridbibliothek abspielen. Dies dient der Überleitung zum vorletzten Kapitel: Ziele und Strategien zukünftiger Hybridbibliotheken.

Teil 3: am 7.4.2010, hier im MBI-Blog

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Die Star-Alliance der Hybridbibliotheken – Teil 1

Posted on | March 24, 2010 | 1 Comment

In diesem Aufsatz möchte ich auf die Zukunft der Hybridbibliothek eingehen, so wie sie mir tauglich erscheint. Dieser Aufsatz ist bewusst im Online Medium veröffentlicht, um die eine oder andere These zu unterstreichen. Dadurch werden aber auch Grenzen und Möglichkeiten des Mediums sichtbar – Leserlichkeit, Usability, die Möglichkeiten der direkten Quellenverweise. Dieser Beitrag wird auf mehrere Posts verteilt und über die nächsten Tage kontinuierlich freigeschalten werden.

Als Startpunkt meiner Überlegungen diente eine Zukunftsvision, die Konrad Umlauf in einem seiner Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Heft 254) veröffentlicht hat. Seine persönliche Bibliotheksutopie könnte man als Ort der Kommunikation und der Wissensgenierung zusammenfassen. Die Voraussetzungen dazu bilden unter anderem die Möglichkeiten zur Be- und Verarbeitung der dort gefundenen Information. Hier finden sich bereits mehrere gewichtige Themen, die eine Bibliothek der Zukunft definieren: bruchloser Informationsübergang von Medium zu Medium, Zugang zu Information über die Entfernung und die Kollaboration im virtuellen Raum.

Mein Standpunkt ist, dass diese drei Aspekte Säulen einer Hybridbibliothek der Zukunft darstellen. Ich möchte im Folgenden auf diese eingehen und ein Modell eines Netzwerks von Hybridbibliotheken vorstellen.

1. Die Hybridbibliothek
Der Begriff der Hybridbibliothek ist gar nicht so neu, geistert er schon seit über zehn Jahren in der wissenschaftlichen Literatur herum. In seinem Artikel „Towards the hybrid library“ beschreibt Chris Rusbridge (1998) , was es mit einer Hybridbibliothek auf sich hat:

The hybrid library was designed to bring a range of technologies from different sources together in the context of a working library, and also to begin to explore integrated systems and services in both the electronic and print environments. The hybrid library should integrate access to all … kinds of resources … using different technologies from the digital library world, and across different media.

Der Wunsch besteht hier nach einer Verbindung von elektronischen und papier-basierten Informationsquellen. Die Hybridbibliothek bietet also nicht nur den Zugang zu digitalen Ressourcen, sondern auch zu allen Arten von Informationen – freilich nicht immer unter derselben Nutzeroberfläche. Dieses Modell einer Bibliothek, des Öfteren auch unter dem Begriff „Gateway library“ bekannt, folgt der Idee der Bibliothek als Informationszentrum. Dieses beinhaltet – je nach Bibliothekstype – neben der Lehrbuchsammlung, allgemeiner Informationsliteratur, Semesterapparate, Sondersammlungen und die Neuerwerbungs-ausstellung auch Audio-visuelle Medien und alle Arten von elektronischen bzw. online verfügbaren Quellen. Eine solche Bibliothek vereint Technologien und Techniken, um verschiedenste Quellen zu vereinen bzw. auf einander zu verweisen. Der Zugang ist für den User unter Umständen auch ohne ein entsprechendes physisches Zentrum möglich, ist eine Art virtuelles Speicherhaus für Informationen. Eine Hybridbibliothek wird von manchen auch als eine Art „Broker“ verstanden, die zentral zwischen Informationsanbietern und Informationsnachfragern vermittelt. Die vermittelte Information soll publizierte wie semi-publizierte Literatur umfassen.

Teil 2: am 31.3.2010, hier im MBI-Blog

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Daten analysieren, Trends erkennen

Posted on | March 17, 2010 | No Comments

Hier im MBI-Blog berichte ich öfters über Trends. Vieles kommt aus anderen Quellen, manches reime ich mir selbst zusammen. Die Frage ist: Woher kommt überhaupt die Überzeugung, dass es sich bei einem Phänomen so etwas wie einen Trend handelt?

Im ZDNet ist man dieser Frage nachgegangen, und hat fünf Evaluierungsmethoden beschrieben, die zumindest eine begründete Ahnung von der Zukunft liefern können. Dass diese mit allerlei Ungenauigkeiten behaftet sind, liegt auf der Hand. Die magische Kristallkugel ist noch nicht erfunden.

Und hier die 5 Methoden:

  1. Daten, die wir interpretieren, sind meist Sekundärdaten. Sprich: von anderen erhoben (siehe auch: Desk Research). Hinter jeder Erhebung steckt eine Absicht, ein Ziel, welches verfolgt wird. Und das beeinflusst ungemein das Ergebnis. Daher: jede Trendanalyse sollte insofern hinterfragt werden, welche Ziele sie verfolgt.
  2. Wo kommen die Daten her? Handelt es sich um wirkliche Daten oder nur Ableitungen aus der Vergangenheit?
  3. Expertenmeinung ist nicht immer richtig, weil die Welt des Experten auch in der Gegenwart ist. Prozesse, Umweltfaktoren u.ä. sind nicht bekannt, deren Auswirkungen nicht absehbar. Expertise besteht im Heute und Jetzt.
  4. Manche Trend-Analysen versuchen anstatt die Zukunft zu antizipieren sie durch Meinungsbildung zu verändern.
  5. Manche wollen Veränderung blockieren, und manipulieren so Trendanalysen. Blockierer sind meist jene, die vom Status quo profitieren.

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eReader – eine Übersicht

Posted on | March 16, 2010 | 3 Comments

eReader wandern langsam in den Alltagswortschatz. Überall hört man davon, und nicht selten wird in Bibliotheken diskutiert, wieviel eBooks man denn schon anbietet. User und Information Professionals sind aber trotz allem ahnungslos, wenn man konkrete Fragen zu und über eReader stellt. Hier gibt’s das 1×1 der eReader.

Was kann ein eReader?
eReader erlauben den mobilen Zugriff auf Texte und Bilder zahlreicher Quellen – typischerweise Bücher, Zeitschriftenartikel oder auch Webseiten. Diese Inhalte werden auf das Gerät geladen und können je nach Modell und Software mit Notizen versehen, hervorgehoben oder auf andere Art und Weise markiert werden.  Links und Verweise sind von einem Dokument zum anderen möglich, die Suche innerhalb eines Dokuments wird zum Kinderspiel, und Inhalte können leicht aktualisiert werden. Sogar die Barrierefreiheit wird ermöglicht, in dem Text einfach von einer Software vorgelesen werden.

Welche Geräte sind verfügbar?
“Klassiker” unter den eReadern sind Kindle von Amazon, eReader von Sony, und Nook von Barnes & Noble sowie eher multifunktionelle Geräte wie Apple’s iPad oder QUE proReader von Plastic Logic. Bildwiedergabe (sw-farbig), Größe (des Monitors), Kontrast, Akku-Betriebsdauer und Speicherkapazität sind typische Leistungsmerkmale.

Wie funktioniert das?
eInk-Technologie simuliert das Leseerlebnis auf einem eReader wie in einer Zeitung. Der Kontrast ist recht scharf, und auch die Laufzeiten von Akkus sind lange (mehrere Tage). LCD-Bildschirme existieren auch, sind aber wahre Stromfresser. Inhalte kommen über Leitungen oder WLAN-Zugang auf’s Gerät, entweder vom eigenen Computer oder über die Distributionskanäle des Händlers.

Wozu ist das gut?
Immer mehr Menschen möchten aus diversen Gründen (finanzieller, bequemer, umweltschonender, aktueller Natur) zu elektronischen Texten greifen. Zahlreiches Schulmaterial gibt es (teilweise schon ausschließlich) auch in elektronischer Form. Verlage wittern hier ein Geschäft, und auch alle anderen Arten von Literatur werden zunehmend als eBooks angeboten. Es kommt aber auch zu neuen Geschäftsmodellen, in denen Verlage keine Rolle mehr spielen: Autoren und eBook Distributoren machen gemeinsames Geschäft.

Und wo ist der Haken?
eReader haben auch einige (gewichtige) Nachteile: alle Text-Ressourcen sind auf einem Gerät – bei Verlust, Ausfall, Schaden ist das ein großes Problem. Auch sind nicht alle eBook-Formate überall lesbar, d.h. man ist bei einigen Geräten (Kindle, wohl auch iPad) auf ein exklusives Format verpflichtet (Kosten!). Der Trend zeigt jedoch, dass gerade jene Geräte an Popularität verlieren werden, die außer dem Lesen von eBooks keinerlei Multifunktionalität aufweisen. Dadurch wird der “neue” eReader weit stärker im Unterricht der Zukunft Einsatz finden:

  • Präsentationen werden auf den Klassenrechner gespielt
  • Hausaufgaben im WLAN an die Lehrer geschickt
  • Gruppenarbeiten auch online erstellt
  • Tests über den eReader aktuell verfolgt, und
  • Ergebnisse / Artefakte in das individuelle ePortfolio übernommen.

Wer keine elektronische Version seiner Schulbuch-Inhalte zur Verfügung hat, der wird sich warm anziehen müssen. Das Gleiche gilt für die gesamte Schulbetriebsindustrie: Schulhefte, Füllfeder und Stifte, Schultafeln, Klassenbücher, alles das wird sich verändern. Und auch einer meiner “Jobs” während der Unterstufe im Gymnasium wird es in der alten Form nicht mehr geben: den Kartenträger.

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Suche nach realen Objekten durch Augmented Reality

Posted on | March 15, 2010 | 1 Comment

In “Search Patterns” verschafft uns Peter Morville (Autor von Ambient Findability) einige Einblicke in die Welt der Suche. Er tut das wie immer auf eine interessante und herausfordernde Art, und bevor ich hier anfange mehr über das Buch zu erzählen, komme ich gleich zum Thema. Ein Aspekt in Morville’s Buch hat mich zum Nachdenken angeregt: die Erweiterung des Konzepts der Suchmaschine auf nicht-digitale Objekte.

Die Suche in digitalen Datenbeständen ist ja schon ein hartes Geschäft, aber wie kann man mit einer Suchfunktion in der materiellen Welt suchen? Eigentlich gibt es dieses Werkzeug schon, nur nutzen wir es noch anders: Applikationen, die auf das Prinzip der Augmented Reality bauen. Augmented Reality ist die Erweiterung der natürlichen Umgebung mit Daten, die visuell über spezielle “Anzeigen” (Monitore, Brillen, iPhone, etc.) sichtbar werden. Heute ist es eher ein Identitfikationstool. Wir sehen etwas durch diese AR-Brille (siehe z.B. Wikitude), es wird von der Software bearbeitet und das Objekt mit entsprechenden Daten (Benennung, Maße, Entfernung, Werbung, etc.) versehen.

Könnten wir also auch den anderen Weg gehen, dass wir über einen Input der Software mitteilen, wonach wir suchen, und wir scannen mit einer 360° Körperbewegung die Umgebung, lassen die Software arbeiten, und uns das gesuchte Objekt dann anzeigen (z.B. über einen Kompasspfeil, welches die Richtung und Entfernung angibt bzw. das Objekt mit einem Pfeil im Sichtfeld für uns sichtbar macht)? Man stelle sich auch hier die Einsatzmöglichkeiten vor: Suche nach verlorenen Haustieren, Orientierung in einer fremden Stadt, Auswahl des günstigsten Joghurts in einem Kühlregal von 100 verschiedenen Produkten, Identifizierung der passenden Hangneigung bei schwierigen Wetterverhältnissen während einer Skitour und und und…

Wir erweitern gerade wieder einmal unsere angeborenen Fähigkeiten und verbessern unser stärkstes Sinnesorgan: das Auge.

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Trends als Thema des Monats März

Posted on | March 12, 2010 | No Comments

Vielleicht haben Sie es schon bemerkt, die Themen im Monat März drehen sich schwerpunktmäßig um “Trends” – aus der Mediennutzung, im Bibliothekswesen, im Web, in der Technik. Eine der spannendsten Fragen derzeit ist wohl, wohin sich das Web entwickeln wird. Das Buzz-Wort “Web 3.0″ und damit auch die Spekulation um ein Semantic Web ist aus den Medien verschwunden (sagen wir es so: die Hype ist weg, nun können wir an die Arbeit gehen). In den diversen Nachrichtenkanälen wird aber weiter spekuliert. Folgende Thesen habe ich gefunden:

  1. Das Web wird von überall zugänglich sein – Accessibility total. Ein Trend, der sich mit Smartphones, städtischen WLANs und verbesserten Diensten deutlich abzeichnet.
  2. Das Web wird nicht mehr allein über den PC angesteuert. Das ergibt sich teilweise aus dem oben Gesagten. Telefone, eReader, Autos, Fernseher, Spiele-Konsolen, Scanner können zur Nutzung des Web verwendet werden. Das neueste Spielzeug: der iPad.
  3. Medien-Konsum steht im Vordergrund, in allen Formaten – TV, Kino, Radio, Nachrichten; aber die Interaktion mit Medien nimmt rapide zu: mit Hilfe von verbesserten und innovativen Interfaces
  4. Den größten Anteil am Medien-Inhalt hat eindeutig Social Media: die Masse produziert Masse für die Masse. Facebook ist drauf und dran, Google als beliebtesten Dienst weltweit abzulösen; Twitter ist aus der Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken, und YouTube behauptet einen Konsum von 700.000 Videos – pro Minute!

Wir leben in einer spannenden Welt. Was denken Sie, wohin geht der Trend im Web Ihrer Meinung nach? Posten Sie Ihre Einschätzung im Kommentarfeld :D

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Medien und Jugendliche

Posted on | March 11, 2010 | No Comments

Die Medienagentur Fink & Fuchs PR hat eine Studie (Untersuchungszeitraum Okt 2009) veröffentlicht, die die Mediennutzung und Verwendung von Mobiltelefonen untersucht. Rund 500 Jugendliche wurden in einem repräsentativen Verfahren befragt, hier das Ergebnis in Diagrammen:

Welche Medien nutzen Jugendliche und junge Erwachsene (16-24 Jahre)?

In Worten: Fernsehen ist immer noch top, jedoch sind Online-Medien schon an zweiter Stelle. Zeitungen werden von zwei Drittel dieser Gruppe täglich gelesen. Fast 90% haben einen Account bei einem Social Network.

Und: wozu gebrauchen Jugendliche und junge Erwachsene ihr Mobiltelefon?

Die Grundfunktion “Telefonieren” und “SMS” steht weiterhin an der Spitze, das mobile Internet ist bei gut einem Viertel regelmäßig im Einsatz. Die Pflege des persönlichen Beziehungsnetzes steht auch hier im Vordergrund.

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Socialnomics: Buchrezension

Posted on | February 22, 2010 | 2 Comments

Endlich wieder ein Buchtitel, der mich nicht nur gleich angesprochen, sondern auch das gehalten, was er versprochen hat. Eine vertiefende Lektüre in ein sehr aktuelles und sehr wichtiges Thema, dass sowohl Einzelpersonen wie auch Organisationen, Unternehmen und Vereine gleichermaßen beschäftigen muss: “Wie Social Media Wirtschaft und Gesellschaft verändern” heißt der Untertitel des Werkes von Erik Qualman.

socioalnomics

“Socialnomics” erklärt die wesentlichsten Aspekte der neuen Ökonomie. Und das ist kein Schlagwort, keine simple Idee, sondern ein mit Hochgeschwindigkeit heranrauschender Zug, der die Art und Weise wie Marketing betrieben wird, radikal verändert. Das Buch ist also zunächst eine in Prosa geschriebene Prozessdarstellung der Online Marktwirtschaft. Aber dabei bleibt es nicht. Es erklärt die grundlegenden Prinzipien, die hinter dieser Umwälzung stecken:

  • Mundpropaganda und Psychologie
  • Vertrauen und Handeln
  • Netzwerke und Reputation
  • soziale Rollen und ihr Verschwinden
  • Transparenz und die Auflösung der Privatssphäre

Der Autor liefert für seine Behauptungen ausgesuchte Beispiele, diese seine Argumentation untermauern. Schön ist, dass man diese Beispiele gleich als Hands-on Tipps für seine eigene Online Arbeit nutzen kann. Bei der schier unendlichen Anzahl von Beispielen muss man sich aber fragen, ob man je in der Lage sein wird, diese nützlichen Hinweise jemals nur annähernd im eigenen Unternehmen umzusetzen. Um es kurz zu fassen: man kann das Buch mit ins Bett nehmen und in einem durchlesen. Fad wird einem nicht, nur genug Post-its sollte man mitnehmen, um alles wichtige zu markieren und zu notieren. Am nächsten Morgen sollte man das Buch aber sein lassen, denn das Geheimnis von Socialnomics ist die Umsetzung im Web.

Eine dringende Empfehlung an alle Marketing-Interessierten!

Bibliographische Angaben:
Socialnomics: Wie Social Media Wirtschaft und Gesellschaft verändern

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Technologie Prognosen 2010 – Deloitte

Posted on | February 15, 2010 | No Comments

Eine übersichtliche Prognose zur Technologieverwendung im Jahr 2010 hat Deloitte veröffentlicht und ich werde die wesentlichsten Punkte für Sie zusammenfassen.

  1. Der wichtigste Trend: Tablet-PCs. Kleiner als Notebooks, größer als Smartphones lautet das Motto (siehe auch iPad). Wenig überraschend eigentlich, haben doch alle großen Player (bis auf Google, welches immer mehr in den Hardwarebereich vordringt) ein entsprechendes Modell – Windows, Apple, aber auch Sony und Amazon haben mit ihren eReadern potentielle Plattformen. Essentiell: Touchscreen-Fähigkeit. Das Marktvolumen wird für die nächsten 18 Monate auf rund 10 Millionen verkaufter Geräte geschätzt. Am meisten bedroht von dieser Entwicklung scheinen Hersteller “klassischer” stand-alone eReader zu sein, weniger PC- und Smartphone-Hersteller.
  2. Chip-Entwicklung: die Verkleinerung von Schaltkreisen macht weiter Fortschritte (gemäß Moore’s Gesetz Verdoppelung alle zwei Jahre), drückt sich aber weniger in Computerleistung (Rechnergeschwindigkeit) als in geringeren Chip-Preisen bzw. höherer Energie-Effizienz aus. Dennoch: die Investitionskosten für die Entwicklung neuer Chip-Generationen gehen in die Milliarden.
  3. Cloud computing: Das Anbieten von Software-Lösungen im / über das Netz ist weiterhin ein Wachstumsmarkt und wird den Vorhersagen nach rund 70 Mrd US$ groß sein. Die Steigerung geht weiterhin auf Kosten klassischer Software, die auf internen Rechnern installiert wird. Hauptkunden sind KMUs (), aber vor allem private Endkunden (z.B. von Twitter, Facebook, Amazon). Hauptbremse sind weiterhin die Sorgen um Verfügbarkeit und Datensicherheit.
  4. Thin computers: wieder einmal ein Thema, hängt teilweise auch mit cloud computing zusammen. Computer als Terminals, die Software läuft auf einem zentralen Rechner. Die Vorteile eines solchen Systems werden allerdings schon mehr als zehn Jahre lang argumentiert.
  5. IT-Beschaffung als Bottom-up Prozess: der User entscheidet, womit er/sie arbeiten möchte, nicht eine zentrale Stelle. In vielen Betrieben noch völlig undenkbar, in anderen bereits gelebte Arbeitsphilosophie.
  6. Umwelttechnologien sind wieder auf dem Vormarsch, wobei Energieeffizienz vor Energiegewinnung steht.
  7. Zement als CO2-Schlucker: interessant, neue Forschungen bei der Entwicklung von CO2-Emissionsreduzierenden Methoden bei der Baustoff-Herstellung haben gezeigt, dass Zement gar in Summe CO2 binden und insgesamt (inklusive Produktion) Negativ-Emissionswerte besitzt. Das ist im zu erwartenden CO2-Emissionshandel eine wichtige Größe. Alle Güter, die ihre CO2-Emissionen “kaufen” müssen, werden dies auf den Preis abwälzen. Da kann Zement seine Stärke als preisgünstiges und umweltschonendes (im Bezug auf CO2) Produkt ausspielen.
Wer auf den Geschmack gekommen ist und mehr über Trends & Entwicklungen auch betreffend des Bibliotheksektors wissen will, den könnte auch dieses Seminar zum Thema “Informationsalltag von StudentInnen” interessieren.

Die Deloitte-Studie gibt es kostenlos hier zum Download.

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Trends im Web: Nutzung und Marktanteile

Posted on | February 12, 2010 | No Comments

Interessantes gibt es vom Suchmaschinenmarkt zu melden. Wie immer, der Markt ist in Bewegung, alte Suchmaschinen-Provider versuchen ihre Positionen und Technologien zu verbessern, neue Spieler zunächst Fuß zu fassen. Die Zahlen von November und Dezember 2009 (geliefert von comScore) sprechen dennoch eine deutliche Sprache, wenn es um die Vormacht von Google geht.

Im traditionell diversifizierten US-Suchmaschinenmarkt hält Google (alle Google-Services) mit 13,7 Milliarden Anfragen im Monat November 2009 eindeutig die Spitze (rund 61% Marktanteil). Davon macht YouTube ein gutes Drittel aus und man erkennt hier den Wert, den dieser Dienst für Google hat. Zweitgereihter ist Yahoo! (2,66 Milliarden Anfragen) vor Microsoft (1,521 Milliarden).Schon unter der Milliarden-Grenze agieren Ask, eBay, MapQuest, CraigList, Fox, MySpace, Facebook und Amazon. Insgesamt hat sich das Volumen der Suchanfragen im Web um 46% (Dez 2008 zu Dez 2009) auf 131 Milliarden vergrößert (hier hält Google einen Anteil von 66% und hat diesen ausgebaut – Dez 2008 waren es noch 62%). Verfolger Microsoft hat mit Bing noch ein größeres Wachstum hingelegt als Google, bleibt aber in absoluten Zahlen immer noch mit 4 Milliarden Anfragen sogar hinter dem chinesischen Marktführer und Lokalmatador Baidu (8 Milliarden Anfragen) zurück.

Das am häufigsten eingegebene Keyword als Suchterm im Jahr 2009 war übrigens “Facebook”, gefolgt von “Myspace”, “craiglist” und “youtube”. Die Quelle gibt keinen regionalen Bezug zu den Daten an, da aber craiglist eigentlich nur in englisch-sprachigen Ländern, speziell aber in Nordamerika bekannt und populär ist, vermute ich, dass es sich hierbei um die US-amerikanische Top-Keyword-Liste handelt.

Schauen wir uns weitere Zahlen an, erhalten wir ein kompletteres Bild der Marktanteile im Web. Die Top 5 Webseiten, definiert über die unique visitors (also nicht die Besuche, sondern die einzelnen Besucher), so sehen wir auch hier Google mit 155 Millionen Besuchern, gefolgt von Microsoft mit 137 Millionen, Yahoo mit 133 Millionen, Facebook mit 109 Millionen und AOL mit 87 Millionen. Facebook zeigt hier nicht nur das größte Wachstum von diesen fünf, sondern auch die mit Abstand höchste durchschnittliche Verweildauer eines Besuchers im Vergleichsmonat: mehr als 6 Stunden, also doppelt so viel wie bei Yahoo und drei mal so viel wie bei Google (nicht vergessen: Google ist nicht nur Suchmaschine, sondern auch Google Docs, GMail, YouTube, Picasa, Blogger, Orkut, …). Interessantes Detail am Rande: eBay, Amazon und Apple sind besser besucht und werden auch im Durchschnitt länger genutzt.

Auch einzelne Nutzungsszenarien von Web-Angeboten können mit Kennzahlen (hier z.B. von Nielsen) ausgeleuchtet werden. So ist beispielsweise das Angebot, die unique visitors als auch die Dauer der Nutzung bei Video-Angeboten im Web gegenüber dem Vorjahr teilweise deutlich angestiegen (13% bei der Nutzungsdauer). Eindeutiger Marktführer ist YouTube mit 10x so viel Traffic wie der 2. Platzierte (für den US Markt) Hulu.

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Pretweeting: Welche Twitter-Themen sind im Kommen?

Posted on | September 23, 2009 | 1 Comment

Ein witziges Spiel ist die Trend-Börse “Pretweeting”. Wie der Name schon andeutet, dreht es sich um Themen, die in Twitter erwähnt werden. Die Idee ist, virtuelles Geld auf Begriffe zu setzen, die in Zukunft in Twitter sehr häufig genutzt werden. Es ist also eine Art Kauf-Verkauf Börse von Begriffen. Netter Zeitvertreib, aber auch ein Monitoring-Tool um Stimmungen und Meinungen aufzufangen.

Etwas Ähnliches gab es mit Trendio (hier aber für das “gesamte Web”).

Link: Pretweeting

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Online TV – ein wachsendes Angebot

Posted on | June 9, 2009 | 5 Comments

Online TV (im Gegensatz zu Video-on-demand) ist zumindest in Zeiten von Fussball WM und Skirennen (ok, zumindest in Ö und CH) der große Renner in Büroräumen. Hatte man Admin-Rechte, so konnte man diverse Streaming-Clients chinesischer P2P-Anbieter installieren und bei mäßiger Qualität den Ball oder die Skifahrer verfolgen. Ein komisches Gefühl blieb trotzdem, wußte man ja nie, was man mit der Client-Software da wirklich installierte – eine Backdoor für chinesische Hackergruppen?

Nun, für den einzelnen User war vor allem die chinesische Bedienungsoberfläche ein Ärgernis. Mit dem TVUPlayer scheint zumindest letzteres gelöst. Interessant vor allem für jene, die US-amerikanische Angebote nutzen wollen. Qualität soll auch besser sein, ausprobiert habe ich es persönlich nicht.

Was US-TV angeht, so ist wohl Hulu das Maß aller Dinge. Allerdings nur für die Nordamerikaner, denn in Europa kann Hulu Fernsehshows und Filme nicht streamen. Leider, die Qualität wäre hervorragend und das Angebot sehr vielseitig. Bleibt da noch eine interessante europäische Alternative mit Zattoo (tja liebe Österreicher, das gilt nicht für euch – das Programm von Zattoo ist in D und CH und anderen Ländern empfangbar, nicht aber in Ö. Liegt das am ORF?). Zattoo hat eine sehr große Palette an Fernsehkanälen, unter anderem Arte, Sat3, so gut wie alle deutschen und schweizer Sender, BBC, Al Jazeera, interntionale Nachrichtensender, ja sogar den ORF (?) etc.

Mit dem Ausbau der Glasfasernetzwerke auch bis in die Haushalte werden wir solche Angebote in einer größeren Vielfalt, aber vor allem Selbstverständlichkeit erleben. Mehr zu den Trends in der Informationstechnologie biete ich hier – ein Kurzseminar wie an der Uni Wien oder Innsbruck.

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Trends und Satellitentechnik

Posted on | May 22, 2009 | No Comments

Im Rahmen einer Seminar-Veranstaltung an der UB Wien haben wir über Trends im Hardwarebereich gesprochen. Ein Thema sind natürlich Satelliten-unterstützte Technologien.

Derzeit kreisen rund 17.000 Satelliten um die Erde. Ihre Bestimmung ist sehr unterschiedlich – vom militärischen Aufklärungsinstrument bis hin zum Wettersatelliten ist alles dabei.

Im Bereich der Satelliten-unterstützten Technologien denken die meisten sofort an GPS. Tatsächlich schleichen sich diverse GPS-basierte Anwendungen aus demrein militärischen in den zivilen Alltagsbereich ein, beispielsweise das bekannte TomTom Navi-System für Fahrzeuge. Die Menge an GPS-fähigen Tools nimmt rasant zu – GPS-Geräte für den Outdoorbereich, Mobiltelefone mit A-GPS, aber auch zunehmend Fotokameras, Mit Galileo und einem chinesischem Global Positioning System wird eine weitere Zunahme an satelliten-gestützten Navigationsdiensten erwartet.

Satelliten bieten aber auch im Bereich der Kommunikation und der Fotografie vielfältige Dienste. Satelliten-gestützter Internet-Zugang ist keine Neuerung mehr, aber dennoch sehr teuer (bis zu 7 US$/MB). Satelliten-Fotografie ist spätestens mit Google Maps / Earth in den Alltag der Web-User eingedrungen. Satelliten selbst werden zunehmend erschwinglich (ein Mini-Satellit ist schon um die 600.000 Euro zu haben).

Eine interessante Anwendung ist das Virtual Cable – hier mehr Info dazu…

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Urban Farming

Posted on | May 6, 2009 | 1 Comment

Ein interessantes Konzept im Bereich künftige Anbaugebiete und Städteentwicklung habe ich auf YouTube entdeckt: Urban Farming. Nicht gerade ein MBI Blog Thema, aber trotzdem zukunftsweisend.

YouTube Preview Image

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Hellige: Mensch-Computer-Interface

Posted on | April 29, 2009 | 1 Comment

Schon der Titel regt zu allerlei Fantasien an, wie wir mit Maschinen und Rechnern in der Vergangenheit, heute und in der Zukunft kommuniziert haben bzw. kommunizieren werden. Denn gerade diese Schnittstelle zwischen Mensch und Computer ist eines der meist-unterschätzten Hürden zu einem erfolgreichen IT-System.

Nun zum Inhalt. Dieser Band spannt einen weiten Bogen um und in das Thema. Das Einführungskapitel ist schon spannend genug, denn es beschreibt die Geschichte der Interfaces. Wie aus den Pilotenkanzeln der 1. WK-Flugzeuge Steuerknüppel zu Interface-Geräten wurden, Lochkartenleser abgelöst und Schrifterkennungssysteme erst nach jahrzehntelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit marktreif wurden, das ist alles Teil eines Prozesses, der uns über manuelle Eingabemethoden, zur automatischen Verarbeitung bis zu interaktiven und letztlich proaktiven Interfaces gebracht hat.

Interfaces, die heute so selbstverständlich sind wie Trackpad, Touchscreen oder eine graphische Bedienungsoberfläche, täuschen über die langwierigen Probleme bei der Entwicklung dieser Komponenten hinweg. Spracherkennung und –verarbeitung z.B. ist eine aktuelle Hürde, an der mit Hochdruck gearbeitet wird. Durch das Konzept des Ubiquitous Computing tritt das Interface insofern in den Hintergrund, als dass der Computer nicht mehr als solcher wahrgenommen wird, sondern aus den Objekten, in denen er verborgen ist, direkt mit dem Nutzer kommuniziert.

Weitere Kapitel beschäftigen sich dann im Detail mit den aufgeworfenen Themen wie Augmented Reality, Ubiquitous Computing, Gestaltungsprobleme von Mensch-Computer-Interfaces, der Computer als soziales Medium und Wearable Computing. Dabei bleibt es nicht bei technischen oder ergonomischen Problemstellungen, sondern es werden viele kulturtheoretische, geisteswisseschaftliche und medienkritische Fragen aufgeworfen und verfolgt.

Dieses Buch ist nicht nur als kreativer Anstoß zur Gestaltung der eigenen Mensch-Computer-Umwelt und Kommunikation dienlich, sondern auch spannend zu lesen. Ein Nachschlagewerk, dass sich einen Platz in meiner Bibliothek gesichert hat.

Bibliographische Angaben finden Sie hier: Mensch-Computer-Interface: Zur Geschichte und Zukunft der Computerbedienung.

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Senioren nutzen das Web sehr wohl

Posted on | March 6, 2009 | No Comments

Eine (leider sehr teure) Studie berichtet über die Internet-Affinität von Senioren. Das ist insofern interessant, als diese Studie gerade mit dem Gegenteil vom Allgemein-Bild (“Senioren kennen sich nicht im Web aus und nutzen es daher sehr wenig”) aufräumt.

Aus dem Abstract: “In fact, more than 60 percent of those in this generational group actively consume socially created content like blogs, videos, podcasts, and forums. What’s more, the percentage of those participating is on the rise.”

Hm, das könnte ich aus meinem persönlichen Bekanntenkreis auf die schnelle bestätigen. Ist einmal die Funktionsweise eines Dienstes klar, dann gibt es kein Halten mehr. Ob ein Online-Jassen, die Google-Suche für ein technisches Problem, die Übersetzung von Word-Dateien ins Deutsch, Skype, YouTube zum Review von Kochsendungen, und und und.

Der Anteil der Nutzer von Web-Services innerhalb dieser Gruppe wächst von Jahr zu Jahr, auch wenn es sich meist um passives Nutzen (Lesen von Inhalten, nicht generieren von Inhalten) handelt. Das heißt aber auch, dass sich ältere Menschen über das Web erreichen lassen, nicht unwichtig für Bibliotheken, Museen und alle anderen Institutionen, die auch für ältere Menschen alles Arten von Dienstleistungen anbieten. Bibliothek 2.0 könnte auch also ein Startpunkt sein, diese Gruppe vermehrt über das Web anzusprechen.

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