MBI Blog

Schulalltag in Texas: RFID zur Schülerüberwachung

Posted on | October 15, 2012 | 1 Comment

Nach all den positiven Erprobungen in der Wirtschaft und bei unseren Haustieren scheinen die Menschen die wahren Adressaten der RFID-Technologie zu werden. Zumindest wenn es nach gewissen Schulaufsichtsorganen in San Antonio, Texas, geht. Dort wird als großangelegter Feldversuch an mehreren Highschools RFID zur “Reduzierung des Schulschwänzens” eingeführt. Hintergrund der rigorosen Maßnahme ist ein Scheck von mehreren Mio US$ für die Schule, sollte die Anwesenheitsrate deutlich steigen. Und somit als “Erfolgsmodell” und beste Referenz für den RFID-Einsatz zum Tracking von Schülern herhalten.

Partnerweit draußen

Doch diese Maßnahme ist nicht unbedingt beliebt. Widerstand regt sich, und doch wird von der Schule Druck auf Schüler und Eltern ausgeübt, den Mikrochip zu akzeptieren und ihn ständig mit sich zu führen. Die Sanktionen der Schule reichen bis zum Ausschluss von gewissen schulischen Aktivitäten oder der Ausweisung aus Räumen wie der Schulkantine oder der Bibliothek.

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Raumgestaltung: Menschen als Sensoren

Posted on | November 5, 2009 | No Comments

Das Beobachten von Menschen zur Optimierung von Arbeitsabläufen kennen wir schon seit Taylor und Ford. Auch im Web-Zeitalter sind Methoden zur Verhaltensbeobachtung populäre, denken wir nur an diverse Analyse-Werkzeuge (z.B. Concentrate), die unsere Wege im Web aufzeichnen.

Wenn wir mit größeren Datenmengen (=viele Menschen und Bewegungen) konfrontiert sind, dann wird es mit den üblichen Techniken wie Beobachter platzieren, Notizen machen etc. schwer. Vor allem dann, wenn wir keine Labor-Situation schaffen wollen, sondern andere in ihrem Alltagsleben antreffen wollen.

Im Bereich der Geschäftslokaloptimierung ist das “Problem” der Regalaufstellung bekannt. Ein Bestreben von Kaufhaus-Managern ist es, eine Produktaufstellung zu finden, die den Bedürfnissen der Kunden am nähesten kommt. Ein Weg, solche Daten über die Wanderwege von Kunden in Kaufhäusern zu gewinnen, sind Sensoren. Damit auch die Kunden “eindeutig” verfolgbar sind, wird die Strahlung ihrer (eingeschaltenen) Mobiltelefone zur Aufzeichnung genützt (siehe auch Website von Path Intelligence). Personen sind damit zwar nicht identifiziert, aber sehr wohl können Pfade eines Einkaufs eindeutig einem Besuch zugeordnet werden. Damit erhofft man sich ein reiches Datenangebot, um das Einkaufsverhalten studieren zu können.

Alternative Technologien wäre z.B. RFID.

Interview-Link zum Thema: mp3-File zum Download

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Raumüberwachung mit RFID

Posted on | April 30, 2009 | 2 Comments

Kürzlich habe ich einen Bericht einer Forschergruppe an der University of Washington gelesen, der sich mit den Möglichkeiten der Überwachung durch RFID beschäftigt hat. Ziel war es zu untersuchen, welche positiven und negativen Effekte dieser Einsatz von RFID mit sich bringt.

Quelle: Uni Washington

Zunächst das Offensichtliche: RFID ist nützlich, weil es Gegenstände lokalisieren lässt (siehe Illustration). Voraussetzung ist natürlich, dass Objekte einen RFID-Tag haben. Was bei Reisepässen, Büchern und Paketen schon fast Alltag ist, könnte sich auf alle Objekte ausweiten: Kleidung, Geräte, Fahrzeuge, Einrichtung etc.

Damit kommen wir zum Unbehaglichen: wenn Scanner diese RFID-Tags auslesen und diese Information in einer Datenbank ablegen, dann kann dies später auch zu einer Abfrage führen, wann was wo war. Bei manchen Objekten läßt das auch auf die Person schließen (z.B. über den Reisepass, Kreditkarte, ID-Karte etc.). Noch ‘interessanter’ wird’s wenn ich live-Information von meinen RFID-Scannern bekomme: wer ist gerade wo? Das ist keine Frage der Zukunft, sondern in Teilen Chinas (z.B. Shenzhen) Realität. Im Gegensatz zur Videoüberwachung sind RFID-Tags perfider: sie sind so gut wie unsichtbar.

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Hellige: Mensch-Computer-Interface

Posted on | April 29, 2009 | 1 Comment

Schon der Titel regt zu allerlei Fantasien an, wie wir mit Maschinen und Rechnern in der Vergangenheit, heute und in der Zukunft kommuniziert haben bzw. kommunizieren werden. Denn gerade diese Schnittstelle zwischen Mensch und Computer ist eines der meist-unterschätzten Hürden zu einem erfolgreichen IT-System.

Nun zum Inhalt. Dieser Band spannt einen weiten Bogen um und in das Thema. Das Einführungskapitel ist schon spannend genug, denn es beschreibt die Geschichte der Interfaces. Wie aus den Pilotenkanzeln der 1. WK-Flugzeuge Steuerknüppel zu Interface-Geräten wurden, Lochkartenleser abgelöst und Schrifterkennungssysteme erst nach jahrzehntelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit marktreif wurden, das ist alles Teil eines Prozesses, der uns über manuelle Eingabemethoden, zur automatischen Verarbeitung bis zu interaktiven und letztlich proaktiven Interfaces gebracht hat.

Interfaces, die heute so selbstverständlich sind wie Trackpad, Touchscreen oder eine graphische Bedienungsoberfläche, täuschen über die langwierigen Probleme bei der Entwicklung dieser Komponenten hinweg. Spracherkennung und –verarbeitung z.B. ist eine aktuelle Hürde, an der mit Hochdruck gearbeitet wird. Durch das Konzept des Ubiquitous Computing tritt das Interface insofern in den Hintergrund, als dass der Computer nicht mehr als solcher wahrgenommen wird, sondern aus den Objekten, in denen er verborgen ist, direkt mit dem Nutzer kommuniziert.

Weitere Kapitel beschäftigen sich dann im Detail mit den aufgeworfenen Themen wie Augmented Reality, Ubiquitous Computing, Gestaltungsprobleme von Mensch-Computer-Interfaces, der Computer als soziales Medium und Wearable Computing. Dabei bleibt es nicht bei technischen oder ergonomischen Problemstellungen, sondern es werden viele kulturtheoretische, geisteswisseschaftliche und medienkritische Fragen aufgeworfen und verfolgt.

Dieses Buch ist nicht nur als kreativer Anstoß zur Gestaltung der eigenen Mensch-Computer-Umwelt und Kommunikation dienlich, sondern auch spannend zu lesen. Ein Nachschlagewerk, dass sich einen Platz in meiner Bibliothek gesichert hat.

Bibliographische Angaben finden Sie hier: Mensch-Computer-Interface: Zur Geschichte und Zukunft der Computerbedienung.

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Datenmissbrauch verhindern

Posted on | April 22, 2009 | 1 Comment

Datenschutz ist ein sehr aktuelles und wichtiges Thema. Mit den gegenwärtigen technischen Möglichkeiten sind wir – datenschutztechnisch – angreifbarer geworden: unsere Daten sind im Web und auf unseren Computern, und unsere Bewegungen können mittlerweile praktisch überall aufgezeichnet und verfolgt werden.

Patrick Schneider, Anna Rosin und Wolf Schneider gehen in ihrem DIN-Ratgeber auf Datenschutz und deren rechtliche Fragen im Bezug auf online Daten ein. In einem ersten Abschnitt geht’s um eine Sensibilisierung: Was ist überhaupt datenschutzrechlich relevant? Welche Bedrohungsszenarien existieren? Und worauf hat Staat & Co überhaupt einen Daten-Anspruch?

Im weiteren Verlauf besprechen die Autoren auf einzelne Aspekte wie Werbung und Gewinnspiele, Datenvorratsspeicherung des Staates oder die Nutzung einer Kundenkarte. RFID wird ebenfalls kritisch angesprochen.

Der große Wert des Buches liegt aber im praktischen Bereich: Tipps und noch mehr Tipps unter anderem zur Vermeidung von Datenlecks, zum sicheren Websurfen und zum Abwickeln von eBanking. Die Rechtslage (in Deutschland wie auch EU-weit) wird ebenfalls ausführlich besprochen.

In Summe ein gutes Buch zur Einführung in die Thematik und zur Sensibilisierung gegenüber möglichen Fallen im Web.

Bibliografische Angaben finden Sie hier: Datenmissbrauch verhindern: Wirkungsvoller Schutz für persönliche Daten: Wirkungsvoller Schutz für persönliche Daten Mit Tipps zur Vorbeugung von Datenklau

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Walter Hehl: Trends in der Informationstechnologie

Posted on | February 18, 2009 | 2 Comments

„Trends in der Informationstechnologie“ ist im vdf Hochschulverlag an der ETH Zürich entstanden und setzt damit sogleich einen Qualitätsmaßstab, den der Inhalt zuerst einmal erreichen muss. Mit gutem Gewissen lässt sich sagen (und lesen), dass dies der Fall ist. Auf knapp 150 Seiten werden die wichtigsten Trends in der IT dargestellt, auf einer Art und Weise, dass sie auch für Laien gut geeignet ist. Die deutsche Sprache unterstützt das Vorhaben der Leserlichkeit entsprechend.

Doch nun zu den konkreten Inhalten. Die Themengebiete des Werkes erstrecken sich von Sensorik, Computer Design, Grundtechnologien, Softwaretrends, Communities und virtuelle Welten, Services und Innovationsstrategien. Für BibliothekarInnen sind besonders die Kapitel über die Miniaturisierung / Entmaterialisierung (RFID und andere Sensoren), digitale Gemeinschaften (künftige Zusammenarbeit von Menschen und deren online Werkzeuge) sowie der globale Trend zu Dienstleistungen (Informationsanreicherung, Automatisierung, intelligente Systeme, Roboter etc.).

Mit der kürzer werdenden Technologie-Halbwertzeit sowie der stärkeren Abhängigkeit der Bibliotheken von technologischen Entwicklungen ist hier ein ganz „natürlicher“ Interessensraum für Bibliotheken entstanden: einerseits muss man mit der Technik im Rahmen der Kundenbedürfnisse Schritt halten, andererseits sollte man sich auch an manchen Fronten als Technologiepionier hervor tun, um gegenständliche Entwicklungen zumindest ansatzweise mitlenken zu können.

Dieses Buch kann man als Pflichtlektüre für alle angehende BibliothekarInnen in ihrer Ausbildung empfehlen.

Bibliographische Angaben:
Walter Hehl:
Trends in der Informationstechnologie. Von der Nanotechnologie zu virtuellen Welten

vdf Verlag, Zürich, 2008

[Technorati Tags: Technologie Trends - Bibliothek ]

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RFID: Was uns die Zukunft bringen mag…

Posted on | August 7, 2007 | No Comments

RFID ist in Bibliothekskreisen längst keine Unbekannte mehr – ist diese Technologie doch geradezu für das logistische Verfahren der Medienentlehnung prädestiniert. In der RFID Gazette fand ich aber eine witzig-skurrile, aber keineswegs utopische Sammlung an künftigen Verwendungsfeldern der kleinen Funkchips. Hier ein Auszug:

  1. “intelligente” Kochtöpfe, die selber kochen und dabei auf Datenbanken zurückgreifen
  2. Mobile Toiletten werden auf ihren Zustand automatisch überprüft und ihre “Entleerung” veranlaßt
  3. RFID Implantate im Oberarm, um bargeldlos Drinks bestellen zu können
  4. Monitoring von Pflanzen, Tieren und Menschen – keine Kabel, sondern mit Hilfe von RFID Chips

Die gedanklich schon vollzogenen Anwendungen wie RFID-Dauer-Bus-Tickets, Chips in Reisepässen (haben wir ja in Ö schon),  habe ich nicht mehr extra angeführt. Ist doch selbstverständlich …
Aber auch vor RFID macht die Technologie-Entwicklung nicht halt, Alternativen sind schon vorhanden.

Link zum Artikel

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