Bibliothek: Mein mobiles Großraumbüro
Posted on | July 28, 2010 | 5 Comments
Ich habe schon öfters über Zukunftskonzepte von Bibliotheken geschrieben, gesprochen und gelehrt. Heute möchte ich meine Meinung zu diesem Thema aus meiner Praxis-Sicht darstellen: ja, ich arbeite recht oft in Bibliotheken (bevorzugt in der FH Dornbirn Bibliothek) – nicht nur im Rahmen meiner Fortbildung, sondern für alle meine Office-Agenden.

Die Vorteile liegen für mich auf der Hand:
- ich habe zwanzig verschiedene Tische zur Auswahl, es kommt keine Ermüdung durch Gewöhnung auf
- ich habe sogar ein großes Sofa in der Bibliothek, das ich zuhause nicht habe
- ich trenne “Arbeit” und “Privat” durch die örtliche Veränderung leichter; die Decke in der Bibliothek ist einfach “höher”
- in der Bibliothek wird man nicht verleitet, ständig andere Dinge zu tun (aufräumen, essen, irgendetwas im Haushalt reparieren), sondern bei der Sache zu bleiben (naja, bei der großen Bücherauswahl ist das auch nicht immer leicht)
- ich habe Internet und Strom (für mobile User nicht immer so selbstverständlich, gerade der Stromstecker ist oft, erstaunlicherweise, ein Problem)
- keine fünf Meter weiter habe ich den direkten Zugang zu tausenden relevanten Büchern und natürlich zu den elektronischen Medien, die nur vor Ort zugänglich sind
- außerdem habe ich MitarbeiterInnen, die ich nicht bezahlen muss: das Bibliothekspersonal als Pausengesprächspartner und Informationsdienstleister
- schließlich könnte ich hier auch auf die gesamte Hardware, die ich selbst nicht anschleppen will, zugreifen: Scanner, Drucker, Kopierer, Kaffeeautomat, andere PCs, Beamer
- erstaunlich: in der Bibliothek ist es noch leiser als bei mir zuhause (Kinder der Nachbarn, Baustellen rund um das Haus, etc.)
- und ganz wichtig: es sind auch andere Nutzer da, mit denen man zumindest Augenkontakt austauschen kann
Die 5 min Radweg zur Bibliothek nehme ich dann gerne als zeitliche Investition in Kauf. Die Bibliothek als Office für Berufstätige, das gefällt. Nur noch längere Öffnungszeiten (früh morgens, Wochenende) wären für mich der Hit!
Tags: Arbeitsplatz > bibliothek > Bibliotheksbau > Office
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Hauptbibliothek von Maastricht: Modern und offen
Posted on | October 27, 2008 | 1 Comment
Letzte Woche war ich im Zuge der Konferenz zu ePortfolio & Digital Identity (mehr dazu hier… ) in Maastricht auf Besuch. Neben einer schönen Altstadt und eines der, zumindest für’s Auge, schönsten Buchladen (der in einer umgestalteten, im gothischen Stil errichteten Kirche Platz fand), habe ich mir auch die öffentliche Bibliothek von Maastricht nicht entgehen lassen.
In Maastricht ist die Hauptbibliothek unter dem Namen Centre Céramique bekannt. Tatsächlich fanden sich im Gebäude zahlreiche Vitrinen, die Porzellanware ausstellten. Neben einem Flohmarkt und einer Fotoausstellung faszinierte mich aber zuerst der Bibliotheksbau. Das moderne, mehrstöckige Gebäude war äußerst geräumig angelegt, hatte von drei Seiten eine beinahe durchgehende Glasfassade und mehrere Aufzüge. Ab dem zweiten Stock konnte man im Inneren in eine Art Atrium schauen und so noch mehr “Dimension” dieses Gebäudes spüren.

Neben der modernen Gebäudearchitektur besticht das Interieur. Warme Holzfarben, schallschluckende Böden und viele Sitzgelegenheiten machen den Besuch zu einer sympathischen Angelegenheit. Am besten hat mir die Zeitungsecke gefallen: Große Tische, Palmengarten, und Zeitschriften in Hülle und Fülle. Typisch holländisch-liberal: auch der Playboy stand im Regal. Im Gebäude fand sich auch ein Café, das sich angenehm in das Gesamterscheinungsbild einfügte. Ich hätte in diesem Haus gut den Tag verbringen können.

Elektronische wie haptische Medien gab es, wie es sich in einer öffentlichen Bibliothek gehört, zu allen Gebieten und in ausreichender Menge. Ich hatte zwar keine Opac-Recherche durchgeführt, die Oberfläche des Opacs war ebenso mit Stil wie mit Funktionalität versehen. Ein für mich besonders interessanter Aspekt des Produktsortiments waren eGames, (eGames und Bibliotheken – hier mehr dazu… ) welche zur Ausleihe bereitstanden, unter anderem der Klassiker “Myst”.

Link: http://www.centreceramique.nl
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