Das verlorene Web
Posted on | December 27, 2012 | 1 Comment
Ein Jahr geht zu Ende, ich blicke wiedermal zurück, entdecke für mich, wie sehr sich mein technologisches Umfeld, das Internet verändert hat. Es sind nicht nur die Technologien, Anwendungen und Hardware, sondern die Konzepte dahinter, die diese Veränderung steuern. Was mich immer wieder erstaunt ist der Rückgang des Bloggens. Seit 2005 betreibe und betrieb ich einige Blogs, schreibe worüber es mich beschäftigt, und erschaffe damit auch nebenbei meine eigene digitale Identität.
Mir war der Aspekt der eigenen digitalen Identität lange Zeit völlig unbewußt. Aber als ich von Blogger auf das eigene, installierte WordPress gewechselt bin und einige Blogs bei Fremdhostern wegen Geschäftsmodell-Änderungen aufgeben musste, wurde mir klar, wie wackelig eine solche Identität im Web auf fremden Beinen stehen muss. Und damit meine ich Profile in sozialen Netzwerken, Twitter und File-Sharing Diensten. Ja, ich nutze diese Dienste extensiv. Aber sie sind völlig ungeeignet, eine langwährende digitale Identität aufzubauen: denn sie sich völlig fremdbestimmt. Auch wenn es derzeit nicht aussieht, als ob Facebook jemals aus dem Web verschwinden wird, so ist doch nichts ewig. Eine Webseite, ein eigener Blog, eine eigene Datenbank stehen immer unter meiner Kontrolle, unabhängig vom Geschäftsgang und der Popularität fremder Dienste, denen ich meine Daten, meine Geschichte und mein Gesicht anvertraue. Eine eigene Seite zu betreiben ist immer noch der goldene Weg zu einer stabilen digitalen Identität.
Auf einem interessanten Blog fand ich auch noch das, sehr passend zu diesem Post-Thema:
“Ten years ago, you could allow people to post links on your site, or to show a list of links which were driving inbound traffic to your site. Because Google hadn’t yet broadly introduced AdWords and AdSense, links weren’t about generating revenue, they were just a tool for expression or editorializing. The web was an interesting and different place before links got monetized, but by 2007 it was clear that Google had changed the web forever, and for the worse, by corrupting links.”
In diesem Sinne, auf ein dauerhaftes, unverfälschtes Bloggen!
Comments
One Response to “Das verlorene Web”
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December 28th, 2012 @ 7:04 am
[...] Gestern hatte ich unter anderem ein Zitat gepostet, welches die Folgen der Kommerzialisierung des Web durch AdSense und AdWords beklagt, in dem es die Art, wie wir Informationen im Web über Links weitergeben, für immer verändert hat. Kann man das Rad zurückdrehen und die Idee eines freien, von kommerziellen Überlegungen unverfälschten Web wiederherstellen? [...]