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“Buch” im Zeitalter mobiler Geräte

Posted on | May 18, 2010 | 2 Comments

Wenn ich wieder einmal mit Studenten und Bibliothekaren in einem meiner Seminare zur Zukunft der Bibliothek diskutiere, fällt oft das Argument, eBooks seien kein vollwertiger Buchersatz. Warum? Das Haptische würde fehlen, das Blättern, das Lesezeichen, der Umschlag etc. Im Grunde also Eigenschaften, die sich auf das Trägermedium beziehen. Durch das Trägermedium ist aber auch die Funktion vorgegeben, also das Lesen von vorne nach hinten (oder anders rum, in anderen Sprachen), das lineare Lesen, das Folgen einer strikten Leseanweisung.

In Techcrunch habe ich einen Artikel gefunden, der meine Meinung teilt: das Lesen so wie wir es kennen wird sich verändern, und dabei die Frage des Trägermediums zu einer Nebensache werden. Andere Träger, andere Funktionen, oder so ungefähr. Der Autor des erwähnten Artikels meint zum Lesen auf mobilen Geräten: “There are literary techniques, there will be iPad techniques”. Und damit meint er: das “Buch” nicht als Buch sehen, sondern als App(lication). Damit ergeben sich vielfältige Funktionen, die ein Buch nie aufweisen kann. Oder wie der Autor betont: damit werden Bücher für eine neue Generation von Lesern bereitstehen, die unmöglich sein werden, gedruckt zu werden. Eine neue literarische Sorte entsteht.

Comments

2 Responses to ““Buch” im Zeitalter mobiler Geräte”

  1. Johannes
    May 21st, 2010 @ 8:09 pm

    Denke das kann man nicht generalisieren: Für Fach- und Sachbücher ergeben multimediale Anreicherungen sicherlich häufig Sinn, ebenso für neuartige Literaturformen möglicherweise. Unabhängig vom Trägermedium ist bei Romanen die Imagination aber ein wichtiger Bestandteil des Leseerlebnisses – schicke Effekte und Grafiken wären da eher kontraproduktiv, würden der Phantasie zuwiderlaufen.

    Ciao
    Johannes

  2. MBuz
    May 28th, 2010 @ 5:32 am

    hi,
    denke auch, dass es eine Verbindung gibt zwischen Inhalt und Trägermedium. Die Frage stellt sich dann aber, ob nicht gewisse Textsorten dann “aussterben”, weil wir uns – was das Trägermedium betrifft – weiterentwickeln.
    beste Grüße
    Mark

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