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Balanced Scorecards für EPUs – Teil 1

Posted on | April 28, 2010 | 1 Comment

In diesem 2-teiligen Artikel geht es um den Einsatz einer Balanced Scorecard im Umfeld von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) oder Ein-Personen-Abteilungen (z.B. OPLs), den Vorteilen und den Voraussetzungen für dieses interessante Konzept der Leistungsmessung, Leistungssteuerung und Strategieentwicklung.

Unternehmensführung ist ein Thema, das man eher mit größeren Unternehmen assoziiert als mit so genannten Ein-Personen-Unternehmen, ein Wirtschaftsfaktor, der sich im letzten Jahrzehnt so richtig in unseren Breiten etabliert hat. Immer mehr Menschen wagen den Sprung in die Selbständigkeit, teils freiwillig, teils gezwungen, und müssen sich neben ihrer eigentlichen produktiven Tätigkeit (Dienstleistung) auch mit Themen wie Marketing, Buchhaltung, Verkauf auseinandersetzen. Dabei wird Unternehmensführung als betriebliche Aufgabe oft vom betriebseigenen Radar nicht erkannt: dringendere Dinge müssen erledigt werden, zu wenig Zeit für „Organisatorisches“. Unternehmensführung wird nicht selten auch als unnötig angesehen, denn geführt muss ja niemand, außer ich mich selbst.

Die Unternehmensführung besteht aber aus verschiedenen Aspekten, die das betriebliche Tun leiten und lenken. Die Produktion oder der Verkauf ist nur ein Ausschnitt, und auch Konsequenz wichtiger anderer Prozesse, die den so genannten Managementprozess beschreiben: Ziele setzen, Strategien planen, Strategie festlegen, Umsetzung organisieren, und die Resultate auswerten. Dieser Kreislauf ist dermaßen einleuchtend, dass viele auf die bewusste Auseinandersetzung mit diesen Abschnitten der Unternehmensführung vergessen.

Eine Möglichkeit, die bewusste Steuerung des Unternehmens in Angriff zu nehmen, sind Messinstrumente, die uns (zu jeder Zeit) sagen, wo wir stehen. Messinstrumente sind gut aber nutzlos, wenn wir nicht wissen, wohin wir wollen. Ziele und Messinstrumente gehören also zusammen wie ein Wanderer, sein Tagesziel und entsprechende Navigationsinstrumente. Messinstrumente liefern Daten, die einen Vergleich ermöglichen. Diese Quantifizierbarkeit ist ein entscheidender Grund dafür, dass sich Zahlensysteme wie die Buchhaltung etabliert haben. Und da nun mal jedes Unternehmen über Finanzzahlen verfügt, ist es nicht weit zur Leistungsmessung und –steuerung durch Controlling.

Controlling liefert interessante Aufschlüsse über den Zustand und die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Gleichzeitig verbinden die meisten Controlling mit einen großen Aufwand, wohl zu Unrecht. Allerdings lässt sich sicherlich ein Argument nicht so leicht vom Tisch wischen: Controlling beruht auf den Daten der Finanzabteilungen, und diese erfassen nicht die gesamte Qualität der Abläufe eines Unternehmens, sondern nur jene, die sich irgendwann in einzelnen Geschäftsfällen in Euro ausweisen lassen. Kundenzufriedenheit, Innovationsstärke, Prozesseffizienz, hoher Qualitätsstandard, das sind nur wenige Leistungsfaktoren, die wir mit dem Instrument Controlling nicht einfangen können. Diese haben in der Folge zwar einen finanziellen Impact auf das Geschäftsergebnis, so genau wissen wir aber nicht, wo dieses Geschäftsergebnis herrührt.

Und hier kommt die Balanced Scorecard ins Spiel, die sich als eine Variante von vielen Versuchen darstellt, das Unternehmensgeschehen „ganzheitlicher“ zu erfassen und mit Hilfe von Kennzahlen einen aktuellen Status-Bericht zur besseren Unternehmensführung abzuliefern. Dabei wird aus vier Perspektiven auf das Unternehmen gesehen: aus Kundensicht, aus Prozesssicht, aus der Entwicklungssicht und eben der bereits bekannten Finanzsicht. Der Vorteil ist also der Steuerungsaspekt nicht nur mit Hilfe von Finanzkennzahlen, sondern aus „allen“ Unternehmensbereichen. Anfangs hatten wir aber auch erwähnt, dass Kennzahlen ohne Ziele unbrauchbar sind. Und darauf legen die Entwickler der Balanced Scorecard, Kaplan und Norton besonderen Wert: Die Balanced Scorecard erfüllt keinen Selbstzweck, sondern dient der Überwachung der Umsetzung von Strategien, deren Ziele klar definiert worden sind. Oder anders gesagt: auch die beste Balanced Scorecard nützt nichts oder stiftet gar Schaden, wenn die formulierte Strategie, deren Kennzahlen-Set beobachtet wird, falsch ist.

Am 5. Mai 2010 erscheint im MBI Blog der zweite und letzte Teil dieses Beitrags “Balanced Scorecards für EPUs”.

Comments

One Response to “Balanced Scorecards für EPUs – Teil 1”

  1. Balanced Scorecards für EPUs - Teil 2
    May 5th, 2010 @ 6:07 am

    [...] [Den ersten Teil der Serie können Sie hier nachlesen] [...]

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