Die Star-Alliance der Hybridbibliotheken – Teil 1
Posted on | March 24, 2010 | 1 Comment
In diesem Aufsatz möchte ich auf die Zukunft der Hybridbibliothek eingehen, so wie sie mir tauglich erscheint. Dieser Aufsatz ist bewusst im Online Medium veröffentlicht, um die eine oder andere These zu unterstreichen. Dadurch werden aber auch Grenzen und Möglichkeiten des Mediums sichtbar – Leserlichkeit, Usability, die Möglichkeiten der direkten Quellenverweise. Dieser Beitrag wird auf mehrere Posts verteilt und über die nächsten Tage kontinuierlich freigeschalten werden.
Als Startpunkt meiner Überlegungen diente eine Zukunftsvision, die Konrad Umlauf in einem seiner Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Heft 254) veröffentlicht hat. Seine persönliche Bibliotheksutopie könnte man als Ort der Kommunikation und der Wissensgenierung zusammenfassen. Die Voraussetzungen dazu bilden unter anderem die Möglichkeiten zur Be- und Verarbeitung der dort gefundenen Information. Hier finden sich bereits mehrere gewichtige Themen, die eine Bibliothek der Zukunft definieren: bruchloser Informationsübergang von Medium zu Medium, Zugang zu Information über die Entfernung und die Kollaboration im virtuellen Raum.
Mein Standpunkt ist, dass diese drei Aspekte Säulen einer Hybridbibliothek der Zukunft darstellen. Ich möchte im Folgenden auf diese eingehen und ein Modell eines Netzwerks von Hybridbibliotheken vorstellen.
1. Die Hybridbibliothek
Der Begriff der Hybridbibliothek ist gar nicht so neu, geistert er schon seit über zehn Jahren in der wissenschaftlichen Literatur herum. In seinem Artikel „Towards the hybrid library“ beschreibt Chris Rusbridge (1998) , was es mit einer Hybridbibliothek auf sich hat:
„The hybrid library was designed to bring a range of technologies from different sources together in the context of a working library, and also to begin to explore integrated systems and services in both the electronic and print environments. The hybrid library should integrate access to all … kinds of resources … using different technologies from the digital library world, and across different media.“
Der Wunsch besteht hier nach einer Verbindung von elektronischen und papier-basierten Informationsquellen. Die Hybridbibliothek bietet also nicht nur den Zugang zu digitalen Ressourcen, sondern auch zu allen Arten von Informationen – freilich nicht immer unter derselben Nutzeroberfläche. Dieses Modell einer Bibliothek, des Öfteren auch unter dem Begriff „Gateway library“ bekannt, folgt der Idee der Bibliothek als Informationszentrum. Dieses beinhaltet – je nach Bibliothekstype – neben der Lehrbuchsammlung, allgemeiner Informationsliteratur, Semesterapparate, Sondersammlungen und die Neuerwerbungs-ausstellung auch Audio-visuelle Medien und alle Arten von elektronischen bzw. online verfügbaren Quellen. Eine solche Bibliothek vereint Technologien und Techniken, um verschiedenste Quellen zu vereinen bzw. auf einander zu verweisen. Der Zugang ist für den User unter Umständen auch ohne ein entsprechendes physisches Zentrum möglich, ist eine Art virtuelles Speicherhaus für Informationen. Eine Hybridbibliothek wird von manchen auch als eine Art „Broker“ verstanden, die zentral zwischen Informationsanbietern und Informationsnachfragern vermittelt. Die vermittelte Information soll publizierte wie semi-publizierte Literatur umfassen.
Teil 2: am 31.3.2010, hier im MBI-Blog
Tags: Geschäftsmodelle > Hybridbibliothek > trends
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March 31st, 2010 @ 2:46 pm
[...] [Erster Teil der Serie hier...] [...]