Bibliotheksmarketing und Konkurrenz
Posted on | November 4, 2009 | No Comments
Ich finde es immer wieder wichtig auf die Notwendigkeit von Marketing in Bibliotheken hinzuweisen. Es geht hier nicht um Gewinne oder um Konkurrenz zu anderen Bibliotheken. Es geht um Legitimierung der bibliothekarischen Existenz durch Leistung und Befriedigung eines Kundenbedürfnisses. Hier ein Beispiel, in welchen Konkurrenzbeziehungen die Bibliothekswelt allgemein steckt:
“Wir sind der virtuelle Copyshop. Dadurch, dass wir es ermöglichen, ein gesamtes Buch von A bis Z komplett kostenfrei online lesen und durchsuchen zu können, ersparen wir unseren Nutzern den Gang in die Bibliothek”, erklärt Martin Fröhlich, der gemeinsam mit seinem Kollegen Felix Hofmann das Start-up [PaperC, Anm.] gegründet hat.” Der ganze Bericht ist im OnlineStandard nachzulesen.
Interessant finde ich die Motivation der beiden Gründer für ihre Geschäftsidee: “Im Studium haben wir uns über die langwierige Literatursuche in der Bibliothek und das Papierchaos aufgrund stapelweiser Kopien geärgert. Fachliteratur kann aber auch viel kundenfreundlicher angeboten werden.” Na, wenn das nicht nach Versäumnissen der Bibliothekswelt riecht? Kunden erfinden das Geschäftsfeld einer Bibliothek neu, und behaupten, das Ganze viel besser machen zu können.
Wie Sie wissen, zum Marketing gehört nicht nur die Kommunikation der eigenen Leistungen, sondern vor allem auch das Produkt / die Dienstleistung selbst. Und das sollte sich nach den Bedürfnissen der LeserInnen richten, und nicht umgekehrt. In diesem Sinne ist PaperC eine logische Antwort auf die Versäumnisse der “Bibliothekswelt” (klar gibt es Ausnahmen) zu sein. Und PaperC ist und wird nicht die einzige Alternative in den Kernbereichen einer Bibliothek bleiben.
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