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Virtuelle Teams & Bibliotheken?

Posted on | April 8, 2009 | No Comments

Wieder einmal durfte ich an der ehrwürdigen Uni-Bibliothek Wien einen Lehrgang im “MSc Library and Information Studies” in Sachen Betriebswirtschaft betreuen. Eines der vielen interessanten Themen war unter anderem der Bereich der “virtuellen Organisationen” oder die Möglichkeit des Arbeitens in virtuellen Teams.

Unter “virtueller Organisation” versteht man Teams oder ganze Unternehmen, die nicht an einem physischen Ort gemeinsam ihre Arbeit verrichten, sondern über die Entfernung und meist in einem losen Verbund eines Netzwerks ihre gemeinsamen Arbeitsziele verfolgen. Neben den Vorteilen einer schnellen, kosten-effizienten Kommunikation und einer mobilen, auf geographischer Distanz basierender Zusammenarbeit stellt diese Art der Organisation auch etliche Anforderungen an die sozialen Fähigkeiten und Führungsqualitäten von Managern. Gerade die räumliche Distanz macht Mitarbeiterführung zu einer interessanten, für die meisten neuartigen Aufgabe. Unterstützend können einen ganze Reihe von Werkzeugen zum Einsatz gebracht werden, so ePortfolios, sociale Software oder diverse Instant Messenger.

Eine spannende Frage ist, inwieweit das Modell von virtuellen Teams auch für eine wissenschaftliche Bibliothek tauglich ist oder sein wird. Auf manchen Gebieten ist es ja bereits ein praktiziertes Modell: z.B. in der Forschung, wo sich Wissenschafter zu gemeinsamen, virtuellen Arbeitsgruppen zusammenfinden, Projekte online abwickeln und publizieren. Aber was ist mit dem Kerngeschäft der Bibliothek, der geordneten Sammlung und Angebot von Information? Informationsdienstleistungen sind grundsätzlich geeignet, auch über die Ferne vorbereitet und vertrieben zu werden. Voraussetzung ist deren digitales Format. Da die Bibliothek aber auch eine Funktion als sozialer Raum einnimmt, könnte auch der Publikumsdienst nur dann von virtuellen Teams abgewickelt werden, wenn wir diesen Raum ebenfalls virtualisieren (siehe auch Bibliotheken in SecondLife). Daraus würden sich interessante Möglichkeiten für LeserInnen ergeben:

  • kein “bereits entliehenes” Material mehr (Volltext, oder vernetzte Magazine bei Büchern)
  • 24 Stunden Zugang
  • mehrsprachiger Informations- und Recherchedienst

Ich denke, die Möglichkeiten sind zahlreich. Ob aber Management und MitarbeiterInnen bereit sind, diesen Weg auszuprobieren, ist aber mehr als eine offene Frage.

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