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Jörg Eberspächer, Udo Herzt: Virtuelle Welten im Internet

Posted on | February 11, 2009 | No Comments

Virtuelle Welten ist ein Thema, dass die Meinungen spaltet wie kaum ein anderes im Bereich der IT-Anwendungen und IT-Kultur. Wozu ist das gut? Was soll das Ganze? Typische (abwertende) Fragen, die eines zeigen: virtuelle Welten sind nicht überall willkommen. Der Münchner Kreis hat sich im Rahmen einer seiner Fachkonferenzen mit diesem Thema beschäftigt, weil es eben Bedeutung hat. Doch welche?

In diesem Tagungsband geht es also um die Beiträge von „Experten“ (ich würde sie eher „Beteiligte“ oder „Insider“) nennen, die aus das eine oder andere Feld virtueller Welten ausleuchten und darüber berichten. Auch wenn von virtuellen Welten die Rede ist, meist gehen die Beiträge, und auch die spätere Diskussion, fast nur auf SecondLife (eines der populärsten virtuellen Welten derzeit) ein. Das muss nicht schlecht sein, denn so hat man auch die Virtualität des Konferenzthemas handfeste Beispiele und keine reinen Theoriegebilde.

Die Beiträge kreisen um interessante Aspekte von virtuellen Welten: die notwendige technische Infrastruktur und ihre Entwicklung in den nächsten Jahren, das Leben in Second Life (SL), Firmensitze in SL, Lehre und Forschung in SL, virtuelle Bücherwelten, virtuelle Identität, Cyberspace Regulation aka Recht im virtuellen Raum und und und. Die Beiträge haben aber eine bestimmte Färbung: sie sehen in SL stets ein Tool, das zu etwas nütze sein muss. Die Beiträge versuchen also stets SL als etwas zu begreifen, das dem wirklichen Leben (RL, real life) zur Hand gehen soll: bessere Kundenbetreuung, Informationsversorgung, Warenvertrieb, Werbung, Kundenbindung, Unterstützung der Lehre. Auch die protokollierte Diskussionsrunde der TeilnehmerInnen zeigt diese Sichtweise deutlich: SL erhält seine Daseinsberechtigung meist über seine Wirkungen für das wirkliche Leben.

Der Tagungsband ist ein gut zu lesendes, mit Beispielen hinterlegtes Bündel aus Meinungen zum Status Quo virtueller Welten. Dass das aber nicht alle so sehen, wie die Referenten, ist aber auch klar. Meine Empfehlung: eine gute Lektüre für alle, die sich einen ernsthaften Einstieg in SL und anderen virtuellen Welten überlegen. Versuchen sollten sie es aber trotzdem, auch unabhängig vom vorliegenden Buch.

Bibliographische Angaben:
Jörg Eberspächer, Udo Herzt (Hrsg.):
Virtuelle Welten im Internet: Tagungsband

Hüthig Verlag, Heidelberg, 2008

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