Google löscht Weblog
Na, das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, und das ist auch kein Aprilscherz: eine Seite mit rund 700 originaler Beiträge, seit über zwei Jahren in Google gelistet, verschwindet über Nacht aus dem Index. Komplett. Interessant, dachte ich mir, und ging dem Ganzen mal auf die Spur…
Zur Vorgeschichte: Seit rund 2,5 Jahren gibt es das MBI-Blog schon, und seit dieser Zeit werden Suchdienste wie Google über Ping von neuen Einträgen verständigt. Das klappte und klappt immer noch, mit einer Ausnahme: Google. Die im deutschsprachigen Raum dominierende Websuche (rund 90% der Suchanfragen gehen über Google) ist damit auch der Lebensnerv der meisten Webseiten und vor allem eCommerce-Angebote. Das weiss natürlich auch jeder Spammer, der über die Google-Suche (und deren Anzeigedienst AdWords) zu Geld kommen will. Google wiederum möchte, zumindest der Theorie nach, einen qualitätsvollen Trefferinhalt haben und gibt Richtlinien vor, wie eine Webseite zu gestalten ist, damit sie den Ansprüchen von Google gerecht und nicht als Spam bezeichnet wird.
Was ist also passiert? Irgendwann Anfang März (das genaue Datum konnte ich nicht mehr herausfinden) waren über Nacht sämtliche Einträge zu http://www.buzinkay.net/blog-de/ im Google-Index verschwunden. Sie waren nicht einmal mehr im Google Cache. Es war so, als hätte es sie nie gegeben, gäbe es nicht noch die eigentliche Webseite, wo man sich vom Gegenteil überzeugen konnte. Offensichtlich hat also jemand oder etwas die gesamten Einträge (rund 600 Einzelseiten) gänzlich aus Google entfernt, die statischen Seiten sowie die dynamischen Seiten von http://www.buzinkay.net/blog-en/ sind aber weiterhin vorhanden.
Was könnten die Gründe dafür sein? Ich ging der Sache nach, denn ich wollte meine Einträge wieder im Google-Index sehen.
- Überlegung 1: ich habe gegen eine Richtlinie von Google verstoßen und wurde mit dem Ausschluss aus dem Index sanktioniert. Fakt: ich habe seit Monaten nichts Wesentliches am Blog verändert (außer den Inhalten natürlich), und betreibe auch keine sogenannten Black-Hat-SEO Techniken.
- Überlegung 2: ich habe unabsichtlich gegen eine Richtlinie von Google verstoßen, und zwar weil manche meiner Artikel von anderen Blogs wiederverwendet werden (also doppelter Content). Z.B. listet be24.at hin und wieder den einen oder anderen Artikel in kompletter Länge. Google selbst behauptet aber, dass dies kein Ausschlussgrund ist, und dass der Originaltext im Index verbleibt.
- Überlegung 3: Googlebot findet, aus welchen Gründen auch immer, meine Beiträge nicht. Ich habe mir sämtliche Einstellungen bei Wordpress angesehen, die so etwas unterbinden könnten. Negativ.
- Überlegung 4: Mein Webserver wurde gehackt und die robot.txt oder/und .htaccess Dateien entsprechend manipuliert. Eine Überprüfung ergab, dass keine Files zum fraglichen Zeitpunkt verändert wurden. Auch die Kontrolle der Syntax erwies sich als einwandfrei.
- Überlegung 5: Mein Google-Konto wurde gehackt und die Löschung aller Inhalte bei Google beauftragt. Auch hier: negativ. Das entsprechende Feld wies keinerlei solche Anträge auf.
- Überlegung 6: ich habe gegen irgendwelche Rechte verstoßen. Aber in diesem Falle hätte ich ein Schreiben erhalten müssen, mit der Aufforderung, die Inhalte zu verändern. Auch negativ.
- Damit komme ich zu Überlegung 7: jemand bei Google hat versehentlich oder nicht alle diese Einträge gelöscht. Das kann ich natürlich nicht überprüfen (da Google auch keine Kontaktadresse zu Problemen wie diesen bereitstellt und sowie so keinen Email-Verkehr pflegt…).
Damit bin ich am Ende meiner Weisheit. Ich habe nun Googlebot über eine Sitemap sämtliche dynamischen Seiten bekanntgeben, und vor einigen Tagen wurden rund 90% davon gecrawlt. Im Index sind sie jedoch (noch) nicht zu finden. War das ein verfrühter April-Scherz von Google oder was steckt dahinter? Wer eine Idee hat, kann Sie gerne als Kommentar posten!
Was diese (noch offene) Geschichte zeigt, ist die Macht, die Google mittlerweile erlangt hat: über Nacht kann eine Existenz (ob Blog, Webseite) aus dem Inhaltsverzeichnis verschwinden. Für eCommerce-Anbieter ein wahrer Alptraum, für kleine Blogs wie diesen ein Wink mit dem Zaunpfahl: diversifizieren!
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