National Library of Singapore - ein Lokalaugenschein
Im Zuge einer Reise in Südostasien hatte ich auch die Gelegenheit ergriffen, mir einmal die Nationalbibliothek von Singapur anzuschauen. Dass wir uns das eine oder andere abgucken können, hatte ich vermutet. Dass wir aber so viel lernen könnten, das war mir dann doch neu. Mehr zum Thema NPO-Marketing findet sich auch in einem meiner Seminare.
Fangen wir bei den Äußerlichkeiten einmal an. Die National Library of Singapore ist in einem hypermodernen, 16-stöckigen Gebäude (Eröffnung Mitte 2005) untergebracht. Nicht nur die Architektur ist bewunderswert, auch das Raumkonzept. Grundsätzlich ist die Bibliothek als Freihandaufstellung gedacht und bietet Medien thematisch geordnet auf spezifischen Stockwerken an. Lesesäle und viel Platz dominieren hier das Bild, sowie der sehr niedrige Geräuschpegel. Eine eigene Tiefgarage ist vorhanden sowie ein Anschluss an die Metro (um die Ecke).

Wer vom Studieren und Recherchieren genug hat, kann auch auf einem der Stockwerke eine Auszeit nehmen - in der Dschungelterrasse mit Fussreflexzonenmassage durch einen extra errichteten “Spazierweg”. In Summe wirkt das Ambiente sehr sauber, sehr luftig, transparent und für allerlei Events bereit.

Nun zu den Abläufen: alles ist elektronisch, auch die Bücherrückgabe. Selbst die Erstellung eines Bibliotheksausweises geschieht über den sogenannten Library e-Kiosk. Die Öffnungszeiten sind großzügig: 8.00 bis 21.00, an allen Tagen der Woche. Die Damen und Herren an den Informationsschaltern sind sehr nett und hilfsbereit, was man allerdings auch von allen anderen Einrichtungen, Geschäften und Büros in Singapore und Malaysien pauschal behaupten kann. Das Informationsmaterial ist reichlich, und auch die Beschilderung innerhalb des Gebäudes wie auch zwischen den Regalen ist übersichtlich und vorbildlich. Besucher werden auch mit “strategisch” positionierten Regalen, Wänden und Postern zu Neuigkeiten, Empfehlungen, Veranstaltungen etc. konfrontiert. Ein weiterer Dienst ist “Ask!” - ein Serviceangebot der Nationalbibliothek. Dort können Fragen per e-Mail an Bibliothekare gestellt werden.

Die Nationalbibliothek ist sowohl eine Wissenschaftsbibliothek (in dem Gebäude ist auch eine Privatuni untergebracht) als auch Öffentliche Bibliothek. Dort findet sich neben den obligaten Tageszeitungen, Magazinen und sehr sehr vielen Sitzmöglichkeiten auch eine sehr großer Raum für Kinder, der entsprechend gestaltet ist. Zugänge zu elektronischen Medien sind überall und nur mit der eigenen Mitgliedskarte zu nutzen. eBooks stehen ebenfalls bereit, sowie ein kleiner Führer zum Gebrauch dieses relativ neuen Mediums.

Die Gebühren sind sehr niedrig: für die Bürger von Singapore kostet die Mitgliedschaft gerade mal 2 Euro, für alle anderen kommt eine einmalige Kartengebühr von rund 5 Euro dazu. Eine erweiterte Mitgliedschaft (”Premium Membership”) kostet pro Jahr rund 10 Euro, bietet zusätzliche Ausleihmöglichkeiten (besonders im audio-visuellen Bereich).

Auch wenn man hier vielleicht klassische Web 2.0 Formate wie RSS im OPAC, Blogs und Chat-Auskunftsdienste vermissen mag, augenscheinlich orientiert sich das Konzept der Bibliothek am Kunden. Und das ist Bibliothek 2.0 im Kern.
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Idea Lounge - das Potential von Web 2.0 nützen





