Patientenakte à la Microsoft: HealthVault
Neben Google, welches sich über 23andMe und dem eigenen Dienst Google Health im Gesundheitsbereich auffällig stark betätigt, hat auch Microsoft den Medizinbereich im Web für sich entdeckt. HealthVault heißt das Programm, und schließt neben einer auf Medizin ausgerichteten Suchmaschine auch eine Art individueller Patientenakte mit ein.

Schauen wir uns zunächst die Suche von Microsoft HealthVault an. Die Trefferseite sieht auf den ersten Blick recht strukturiert aus, und ich habe auch keine Probleme bei der Verwendung meines Firefox-Browsers (manche Nutzer berichteten, eine korrekte Darstellung sei nur mit dem Internet Explorer möglich - das wurde wohl schnell bereinigt). HealthVault liefert neben Treffern aus Wikipedia, Medline, aus dem Web und als bezahlte Anzeigen (Amazon Literatur) auch Vorschläge zur Verfeinerung der Suche nach “Personal Health”, “Conditions”, “Alternative Medicine”, “Procedures” und “Drugs&Substances”. Alle Ergebnisse sind in ein Scrapbook (eine Art persönlicher Notizblock, Accout bei Microsoft ist notwendig) übertragbar.

Kommen wir nun zum eigentlichen Kern von HealthVault: der persönlichen Patientenakte. Was man auch davon halten mag, die eigenen medizinischen Daten ins Web zu stellen und Microsoft anzuvertrauen - Mißtrauen sei hier grundsätzlich angebracht - so macht es der US-Konzern den willigen Usern auch nicht gerade leicht, den Dienst zu nutzen. Die Schwierigkeiten beim Zugang zur eigenen Akte und die Hürden, die Microsoft seinen Nutzern in den Weg stellt, sind hier bei VentureBeat gut beschrieben.
Ist man einmal drin, so soll der Dienst Daten zusammentragen, die der Patient selbst über sich oder zu seiner Familie zusammengetragen hat oder von den Ärzten eingegeben werden. Das schließt Röntgenbilder, Rezepte und Diagnosen mit ein. Kein Wunder, dass die Sicherheitsmechanismen derart von Microsoft hochgeschraubt werden, dass diese bei der Registrierung kaum überwunden werden. Andererseits verlangt diese Konzeption, dass der persönliche Zugang an andere - sprich Ärzte und Spitäler bekannt gegeben werden muss. Für mich eine eindeutige Sicherheitslücke, passieren doch gerade hier (an den Schnittstellen) die meisten “Fehler”.
Derzeit ist in HealthVault nicht viel zu tun, außer ein paar persönliche Daten einzutragen. Da ich keinen eigenen Account bei HealthVault habe, muss ich mich hier mit der Berichterstattung beschränken. Ein interessanter Aspekt bei der ganzen Geschichte ist aber die Frage, inwieweit Patienten über ihre medizinischen Akten verfügen soll - ein Blogeintrag berichtet darüber.
Link: HealthVault
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