ePortfolio - was ist das?
Seit ein-zwei Jahren wird der Begriff ‘ePortfolio’ immer öfter in den Mund genommen, oder sagen wir, es wird immer mehr darüber geschrieben. In diesem Beitrag möchte ich ePortfolios erklären und den Nutzen darstellen. In den nächsten Wochen werde ich einzelne ePortfolio-Werkzeuge vorstellen.
Ein ePortfolio ist, ganz allgemein gesagt, ein Platz im Web, der alle möglichen Inhalte und Dateien speichert. Das kann ja relativ Vieles sein, werden Sie einwenden, und auch eine Webseite ist irgendwie nichts anderes. Im Unterschied zu gewöhnlichen Webseiten ist ein ePortfolio zunächst eine private Angelegenheit. Das heißt, das ein ePortfolio für den nicht-öffentlichen Einsatz (was das Zulassen von Lese-/Schreibrechten für bestimmte Personen nicht ausschließt) gedacht ist.
Wozu werden solche privaten, elektronischen Ablagen benötigt? Schauen wir uns ein Anwendungsbeispiel an: die Bildung. So können ePortfolios als eine Art Lerntagebuch eingesetzt werden. Das ist nicht Fiktion: sowohl in Pflichtschulen als auch in akademischen Institutionen wird dies bereits immer mehr forciert (in der Tat soll nicht nur jeder Schüler ein eigenes ePortfolio über die Jahre führen, sondern jeder EU-Bürger sollte so eines haben). Die Idee ist, dass ich durch die Reflexion über das Gelernte und den Lernprozess selbst den Lernerfolg noch wesentlich steigern kann.
Somit sind auch wesentliche Aufgaben von ePortfolios im Bildungsbereich definiert:
- Aufzeichnung der eigenen Lernfortschritte und Erkenntnisse
- Reflexion über das Thema und die nächsten Schritte
- Sammlung von weiteren Informationen zu meinen Wissensgebieten
- Darstellung meiner Fähigkeiten, Erfahrungen und erreichten Meilensteine
ePortfolios müssen daher diese Aufgaben funktional unterstützen und bieten in aller Regel folgende Tools an:
- persönliches Blog
- Datei-Ablage-System
- Berechtigungssystem, um Kommunikation mit Tutoren / Lehrern und anderen Studenten / Mitarbeitern zu ermöglichen bzw. Feedback zu erhalten
- RSS-Feeds zum abonnieren
- Community-Tools für den Austausch
- individuelles Profil mit Schwerpunkt Skills
Ein wesentliches Element von ePortfolios ist die Kommunikation in der Gruppe bzw. mit dem Tutor. Der Sinn dahinter ist ein Feedback-Prozess, der die Reflexion über das eigene Lernen weiter verstärkt. ePortfolios bieten daher oft auch gemeinsame Community-Portfolios an, in der die gemeinsame Entwicklung des Teams zum Gegenstand wird.
ePortfolios eignen sich aber nicht nur in der Bildung als praktikables, unterstützendes Element. Ein sinnvoller Einsatz kann in der Sozialarbeit, in der Personalentwicklung (Karriereplanung) oder Organisationsentwicklung zu finden sein. Auch für die eigene Bewerbung werden ePortfolios immer mehr eingesetzt. Weitere Infos können auch hier nachgelesen werden. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass es eine ganze Bandbreite von ePortfolios gibt, von denen ich hier in Anlehnung an Hilzensauer/Hornung-Prähauser (öffnet ein pdf) nur folgende nennen will:
- Laufbahn-Portfolio
- Entwicklungs-Portfolio
- Sprachen-Portfolio
- Fach-Portfolio
- Bewerbungs-Portfolio
[Technorati Tags: ePortfolio - Wissen - Lernen]
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November 5th, 2007 at 1:02 pm
ich interessiere mich für das Thema ePortfolio im Zusammenhang mit Bildung und Bildungsprozessen. Woher bekomme ich noch mehr Informationen
November 5th, 2007 at 2:41 pm
hallo Anne,
hier gibt es mehrere Quellen. Ich kann dir hier nur einige nennen:
* Donau-Uni Krems, Hr. Erwin Bratengeyer
* Salzburg Research
* Das EduBlog berichtet auch immer wieder über ePortfolios im Bildungskontext
grüße
-Mark