Nun kommen Ihre Gen-Daten ins Web!

Ein neuer Dienst, gesponsert vom allmächtigen Google-Konzern, will nun Daten über individuelles Genmaterial online stellen. Steht der gläserne Mensch nun endgültig vor seiner Vollendung?

23andMe

So dramatisch will es die Betreiberfirma, 23andMe, nicht verstanden wissen. Die Firma, die ihre Dienste noch nicht anbietet, wohl aber bereits nächstes Jahr damit auf den Markt kommen will, erklärt auf Ihrer Webseite:

23andMe is a privately held company developing new ways to help you make sense of your own genetic information.

Even though your body contains trillions of copies of your genome, you’ve likely never read any of it. Our goal is to connect you to the 23 paired volumes of your own genetic blueprint (plus your mitochondrial DNA), bringing you personal insight into ancestry, genealogy, and inherited traits. By connecting you to others, we can also help put your genome into the larger context of human commonality and diversity.

Toward this goal, we are building on recent advances in DNA analysis technologies to enable broad, secure, and private access to trustworthy and accurate individual genetic information. Combined with educational and scientific resources with which to interpret and understand it, your genome will soon become personal in a whole new way.

Also, was wird das denn? Moderne Ahnenforschung mit Hilfe von Genen? Diese Daten sollen den Ausführungen nach ‘privat’ bleiben, doch glauben kann ich das nicht - steht doch in den Ausführungen der kleine Beisatz: “by connecting you to others,…” Vielmehr scheint sich 23andMe, und damit Google, im zukunftsträchtigen Markt der online Medizin zu positionieren. Damit wäre ein weiteres Mosaik-Stückchen zwischen Nutzern und medizinischen Auskunftsdiensten (siehe Medizin-Suchmaschinen) gelegt. Eines ist aber klar: die Digitalisierung der Welt schreitet unaufhörlich voran. Auch der Mensch ist Gegenstand dieser Entwicklung.
Was hinter dem Geschäftsmodell steht, ist derzeit noch unklar. Zumindest die Google-Beteiligung kann man (teilweise) erklären - ist doch Google-Gründer Sergei Brin mit Anne Wojcicki, Mitgründerin von 23andMe, verheiratet.

Link: 23andMe

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2 Kommentare zu “Nun kommen Ihre Gen-Daten ins Web!”

  1. Klaus D. Ebert Says:

    Am 28.09.06 hat mir ein Kripobeamter der Kriminalpolizei Reutlingen eine DNA Probe abgenommen nachdem er mich auf rechtlich zweifelhafte Weise eingeschüchtert hatte. Sollten diese Daten nicht gelöscht werden, jemals an irgend einer Stelle an die sie nicht gehören auftauchen können sich die Verantwortlichen schon mal auf ein “blaues Wunder” einstellen

    Klaus D. Ebert
    freier Journalist / Pressesprecher 82megaohm

  2. MBI Blog » Blog Archive » Patientenakte à la Microsoft: HealthVault Says:

    [...] Neben Google, welches sich über 23andMe und dem eigenen Dienst Google Health im Gesundheitsbereich auffällig stark betätigt, hat auch Microsoft den Medizinbereich im Web für sich entdeckt. HealthVault heißt das Programm, und schließt neben einer auf Medizin ausgerichteten Suchmaschine auch eine Art individueller Patientenakte mit ein. [...]

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