Die Verschmelzung von Physis und Virtualität: Semapedia

Das ist nun was ganz Raffiniertes: online Information mit der Welt “da draußen” zu verbinden. Gemeint ist hier “taggen”. Wie das? Mit Semapedia!

Lassen wir zuerst die Macher von Semapedia sprechen:

“Unser Ziel ist es, die virtuelle und die physische Welt dadurch zu verbinden, dass wir die richtigen Informationen aus dem Internet zu den relevanten Orten der realen Welt bringen.

Um dies zu erreichen, laden wir Dich ein, selbst Semapedia-Tags zu erstellen und zu verteilen. Dies sind für Handys lesbare physische Hyperlinks. Du kannst solche Tags ganz einfach durch Auswählen und Kopieren einer Wikipedia-URL in unser Erstell-Formular unten selbst erstellen. Nach dem Erstellen bringst Du die Tags an ihrem zugehörigen Ort in der realen Welt an. Du hast gerade Deine Welt verlinkt! Nun können andere ihre Handys benutzen, um auf Dein Tag zu ‘klicken’ und auf die Informationen zuzugreifen, die Du ihnen bereitgestellt hast.”

semapedia

Wie funktioniert das? Mit Hilfe von Aufklebern, einfach gesagt. Im Detail heißt das:

  • Auf Wikipedia einen interessanten Artikel finden und die URL kopieren
  • Die kopierte URL wird in ein dafür vorgesehenes Formular auf Semapedia eingegeben. Dort läßt sich auch das Tag gestalten.
  • Nach Beendigung der Eingabe erhält man ein PDF mit den vorbereiteten “Aufklebern”: nichts anderes als spezifischen Barcodes
  • Dann werden diese Aufkleber auf den entsprechenden physischen Objekten angebracht (”getaggt”)
semapedia

Gut, meine Tags sind angebracht. Was ist wenn, ich ein Tag eines anderen Users irgendwo wiederfinde? Semapedia liefert die entsprechenden Informationen, um 2D-Barcode-Leser für das eigene mobile Telefon zu finden. Ist diese einmal installiert, können die Barcodes von Semapedia mit Hilfe der Handy-Kamera überall ausgelesen und deren Information quasi in der physischen Welt abgeholten werden!

Man kann nur hoffen, dass hier nicht gerade eine neue Generation von Spam (= nicht gewollte Werbung) geboren worden ist. Aber auf jeden Fall eine höchst interessante Art und Weise, Information und Gegenstand zu vereinen. Mein Supermarkt macht es mir schon seit Jahren vor!
Link: Semapedia

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5 Kommentare zu “Die Verschmelzung von Physis und Virtualität: Semapedia”

  1. Michaela Says:

    …Dann werden diese Aufkleber auf den entsprechenden physischen Objekten angebracht (”getaggt”) ….

    also ich hoffe, es bleibt bei DINGEN, die Vorstellung dass Mensch (oder Hund ;-) mit Barcodes durch die Gegend laufen und von Handykameras ausgelesen werden, ist schon etwas erschreckend….

    ansonsten eine nette Spielerei!

  2. MBuz Says:

    Implantate für Haustiere unter der Haut gibt es ja schon. Versuche mit Menschen (Patienten in den USA) auch - da ist aber die Info meist im Implantat selbst enthalten. Interessant bei dieser Variante ist die Verbindung von digital abgelegter Information (hier bei Wikipedia) zu einem physischen Objekt. Da kommt noch viel mehr…
    grüße
    -Mark

  3. Michaela Says:

    … Stichwort USA: ich bin nur etwas skeptisch bezüglich des Zugangs zur Info - steht der allen frei oder kann ich getaggte Objekte auch für einen Userkreis einschränken?

    thanks für die immer wieder erstaunliches und neuen ideen! :-)

  4. MBuz Says:

    Das kommt auf das Design des Systems an. Bei Semapedia ist ja Wikipedia das “wichtige” Info-Repositorium. Dort kann ich auf die Informationen zugreifen. Der Barcode ist ja nur die Verbindung für das Lesegerät zum Objekt. Wenn ich also die Informationsquelle im Hintergrund auf einen User-Kreis limitieren kann, dann kann der Barcode überall sichtbar sein - er ist nutzlos für nicht “Eingeweihte”.
    Das läuft auf folgendes hinaus: wir könnten alles taggen, nur die Information darüber Nutzer-bezogen in einer Art Kaskade freigeben. Das ist nicht die Idee von Semapedia (”Information für alle”), aber es gibt bestimmt andere Anwendungsfälle: wie wärs mit einer neuen Art von Zeitungsstand?

  5. MBI Blog » Blog Archive » blueBook: die Verschmelzung von Buch und Computer Says:

    [...] Das blueBook wird durch seine Möglichkeiten zu einer durchaus vorstellbaren Alternative zu eBooks für jene Personen, die aus welchen Gründen auch immer eBooks nur eingeschränkt nutzen können. Auf alle Fälle ist dies wieder ein Beispiel, wie die physische und virtuelle Welt immer weiter verschmelzen - siehe auch Semapedia und Mindjot. [...]

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