Innovationsstrategien an Bibliotheken

Marketing ist ja nicht nur Werbung, sondern auch und viel mehr Produktgestaltung. Wie dies in Bibliotheken aussehen kann und welche Formen das annimmt, darüber habe ich mit Harald Weigel, Leiter der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz gesprochen. Das gesamte Interview ist im Marketing-Ratgeber für Bibliotheken nachzulesen (kostenloser PDF-Download).

M. Buzinkay: Zum Marketing-Mix gehört bekanntlich auch die Gestaltung der Dienstleistungen. Im Portfolio der Vorarlberger Landesbibliothek findet sich mit dem Tool Dandelon ein innovatives Service für Ihre LeserInnen. Woher kommt diese Innovationsfreude? Das ist man ja von Bibliotheken so nicht gewohnt?

H. Weigel: Dass Bibliotheken grundsätzlich nicht innovationsfreudig sind, das möchte ich pauschal nicht behaupten wollen. Dennoch hält sich dieses Bild in der Öffentlichkeit hartnäckig, und manchmal nicht zu Unrecht. Hier an der Vorarlberger Landesbibliothek haben wir das Glück, eine recht kleine und eigenständige Organisation zu sein, die viel Flexibilität bietet. Wir können uns daher leichter an Neues heranwagen. Aber das ist nur ein Gesichtspunkt. Zum anderen hängt Innovationsfreude sehr stark von der Unternehmenskultur ab. Fördere ich neue Ideen? Haben die MitarbeiterInnen Möglichkeit, Vorschläge und Visionen umzusetzen? Wir versuchen das hier zu realisieren, natürlich im Rahmen unserer Möglichkeiten. Aber der entscheidende Motor von Innovation sollte der Blickwinkel auf unsere Kunden liefern: Was brauchen sie? Wie können wir Ihnen bei Ihren täglichen Informationsproblemen helfen? Das ist die entscheidende Frage, und wenn diese nicht gestellt wird, dann gibt es auch keine Innovation, zumindest keine Nutzer-orientierte.
M. Buzinkay: Eine Frage speziell zum vorher angesprochenen Tool Dandelon. Warum ist die Implementierung für Sie so wichtig gewesen?

H. Weigel: Aus der Erfahrung unserer LeserInnen heraus. Vor zehn Jahren, als wir mit dem Projekt noch in den ersten Entwicklungsstufen standen, gab es keinerlei Suchmöglichkeiten in Inhaltsverzeichnissen, geschweige denn in Volltext. Eine differenzierte Suche für die BenützerInnen des damals noch textbasierten OPAC war schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Heute ist das im „gewöhnlichen“ OPAC immer noch die tägliche Erfahrung. Mich wundert es nicht, dass die Suche über Suchmaschinen mit ihrer Volltextsuche so populär ist. Betrachtet man den Arbeitsaufwand, dann ist der Unterschied in der Recherche enorm. Wir wollten und wollen mit unserem Katalog eine leichte Suche nach Information bieten. Dandelon ist nur ein Anfang, den manch’ andere Bibliothek nachvollzogen hat.
Das gesamte Interview ist im Marketing-Ratgeber für Bibliotheken nachzulesen (kostenloser PDF-Download).
[Technorati Tags: - - - - ]

Leave a Reply

You can use these XHTML tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <blockquote cite=""> <code> <em> <strong>