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Bibliothek spielt und gewinnt

Posted on | February 23, 2007 | 2 Comments

Meine Überschrift ist zugegebenermaßen ein wenig kryptisch, und alle Suchmaschinenoptimierer und online Marketing-Experten werden vor Schreck die Hände über ihren Köpfen zusammenschlagen. Aber sie hat Sinn: das Thema “Spiele und Bibliothek” ist ein facettenreiches, ein traditionelles, ein sehr innovatives und ein sehr zukunftsträchtiges Betätigungsfeld. Verstehen wir die Bibliothek als Interaktionsraum, dann ist klar, was ich hier meine. Sehen wir die Bibliothek aus der Perspektive der Teaching Library, geht uns gleich ein Licht auf. Die Bibliothek, die spielt, gewinnt.

Vor zwei Wochen las ich eine Nachrichtenmeldung, die mir sehr stimmig erschien: “Spielevergnügen in der ‘Lebendigen Bibliothek’”. Alle drei Begriffe gehören zusammen, und meinen eines: die Bibliothek ist mehr als ein Informationssilo. Inhalt dieser Aktion der Bibliothek der Stadt Bottrop war es, Kindern im Alter von 7 bis 9 Jahren nicht nur Spiele anzubieten, sondern neue Spiele auszuprobieren.
Dieses Angebot, Spiele vor Ort auszuprobieren, ist eine deutliche Erweiterung des Konzepts der Ludothek: Spiele zu verleihen. Das gibt es ja in der Tat schon länger und teilweise auch recht erfolgreich, zumal die Spielkultur im deutsch-sprachigen Raum einen solchen Entlehnservice fördert (Brettspiele sind sehr beliebt, und können praktischerweise in einer Schachtel mit nach Hause genommen werden). Gute Tips dazu gibt es hier. Spiele jedoch vor Ort auszuprobieren oder gar regelmäßig zu spielen, ist eine äußerst seltene Ausnahme. Schade eigentlich, denn wenn wir die Dienstleistungen der Bibliothek an die Wünsche der KundInnen ausrichten wollen, dann gehören Spiele genauso dazu wie Bücher.

Spiele in Bibliotheken sind nicht unumstritten. Alleine schon die Befürchtung, es könnte zu Lärm, Unruhe und Beschädigungen kommen, ist weit verbreitet. Dass dem leicht Abhilfe geschaffen werden kann, beweisen Einrichtungen mit ähnlichen Programmen und Klientel.
Eine “andere” Spielkultur, die der Video-Games, ist zwar in heimischen Kinderstuben weit verbreitet, doch findet die Diskussion darüber, wie damit im Rahmen von Bibliotheksdienstleistungen umgegangen werden kann, vorwiegend in Nordamerika statt. Die ALA beschäftigt sich mit diesem Thema reichlich, wie auch ein Post von Bibliotan auf diesen Umstand hinweist.
“Bibliothek & Spiele”, ein Thema, das unbedingt auf das Bibliotheks-Radar gehört ;D
[Technorati Tags: - - Bibliothekskonzept - Bibliothek - ]

Comments

2 Responses to “Bibliothek spielt und gewinnt”

  1. MBI Blog » Blog Archive » Thorsten Quandt, Jeffrey Wimmer und Jens Wolling (Hrg.): Die Computerspieler. Studien zur Nutzung von Computergames.
    May 20th, 2008 @ 6:10 am

    [...] sich Bibliotheken doch, wenn auch zögerlich, dem Thema „Computerspiel“ zuwenden, dann geht es meist darum, eine bestimmte Gruppe an potentiellen Bibliotheksbesuchern [...]

  2. MBI Blog » Blog Archive » Claus Pias und Christian Holtorf (Hrg.): Escape! Computerspiele als Kulturtechnik.
    May 28th, 2008 @ 6:07 am

    [...] Computerspiele sind im Bereich der Bibliotheken überhaupt nicht und wenn doch sehr kritisch betrachtet worden. Einige wenige Ausnahmen, vor allem in Nordamerika, existieren. Faktum ist: Computerspiele werden als einer Bibliothek nicht würdig, als nicht „intellektuell“ genug, als Spielerei eben abgetan. Dass damit ein möglicher Zugang zu potentiellen LeserInnen nicht geöffnet wird, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Aber wenn Literatur, Musik und Filme, Datenbanken und Web-Portale zum Gegenstand von Bibliotheken gehören, warum auch nicht Spiele? [...]

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