Scholarpedia: der dritte Weg der Publikation?

Die “kleine Schwester” von Wikipedia ist Scholarpedia - was die Idee und den Namen betrifft. Der Rest ist so ziemlich unterschiedlich. Denn hier sind Wissenschaftler unter sich.

Scholarpedia ist dem Aussehen nach ein Wikipedia-Zwilling. Auch die typischen Funktionen und die Struktur der Seite erinnern stark an Wikipedia. Aber schon im Bereich der Themen ist Scholarpedia viel enger und behandelt derzeit drei große Wissensgebiete:

  • Computational Neuroscience
  • Dynamical Systems
  • Computational Intelligence

Beiträge können nicht wie bei Wikipedia von jedem beigetragen werden, sondern nur von anerkannten Autoritäten der genannten Wissensgebiete. Praktisch funktioniert das so, dass Experten von der Community zum Verfassen eines Beitrages eingeladen werden. Die Qualitätskontrolle geht aber noch weiter: jeder Artikel hat einen Editor (”Curator”), der für den Inhalt veranwortlich ist und alle Änderungen zuerst bestätigen muss, bevor sie wirksam werden.
Durch diese Qualitätskriterien und -vorgangsweisen ist der Entwicklung der Inhalte bei Scholarpedia eine gewisse Grenze und Geschwindigkeit gesetzt. Scholarpedia ist ein gutes Beispiel, wie sich Qualitätskriterien auswirken - und welche Konsequenzen eine ähnliche Regelung für Wikipedia hätte, wie in letzter Zeit in öffentlichen Debatten verlangt wurde.

Scholarpedia mag in seiner Quantität limitiert sein, dennoch schafft es dieser Dienst eine erstaunlich hohe Zahl an Experten als Verfasser von Artikeln zu gewinnen. Hier scheint sich ein Modell anzubahnen, dass auch jungen, talentierten Wissenschaftler eine gewisse Artikulationsbasis verschafft. Eine dritte Alternative zur Open-Access-Debatte?
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One Response to “Scholarpedia: der dritte Weg der Publikation?”

  1. Negativ ist anzumerken, dass die Inhalte wegen einer nicht kompatiblen Lizenz nicht mit der Wikipedia kompatibel sind. Hier wäre es wünschenswert, wenn man sich für freiere Lizenzen entschieden hätte, damit auch andere Projekte, wie die Wikipedia von solchen anderen Ansätzen profitieren können.

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