SourceOECD: Statistiken auf höchstem Niveau
Die OECD veröffentlich nun seit Jahren statistisches Material aus ihrer umfangreichen Arbeit. Die virtuelle Bibliothek, welche diese Dokumentationen bereit hält, ist auch für nicht institutionelle Kunden zugänglich. Was SourceOECD bietet und wie es weiter entwickeln wird, darüber sprach ich mit Damon Allen vom OECD Berlin Centre.
MB: Herr Allen, was bietet SourceOECD und für wen ist es gedacht?
DA: SourceOECD enthält alle Publikationen und statistische Daten, die die OECD seit 1998 veröffentlicht hat. Über mehrere Jahrzehnte hat die Organisation einen einzigartigen Fundus an Statistiken und Fachwissen erarbeitet, der ständig aktualisiert wird. Politikern, Wirtschaftsvertretern, Bürgern und Universitäten auf der ganzen Welt dient er als wertvolle Grundlage für ihre Arbeit. Neben klassischen Wirtschaftsthemen gehören unter anderem Bildung, Gesundheit, Umwelt, Energie, Entwicklungs- und Sozialpolitik zu den Schwerpunkten.
MB: Welche Quellen verwendet die Webseite – ausschließlich der OECD selbst?
DA: SourceOECD bietet ausschließlich die Statistiken und Publikationen der OECD und ihrer Tochterorganisationen an. Zu den Tochterorganisationen der OECD gehören beispielsweise die Internationale Energieagentur (IEA) und die Atomenergieagentur (NEA). Außerdem arbeitet die OECD mit anderen internationalen Organisationen eng zusammen. Mit Organisationen wie der Weltbank, der EU und den UNO-Sonderorganisationen gibt es etliche gemeinsam erarbeitete Publikationen, die natürlich auch auf SourceOECD erhältlich sind.
MB: Welche neuen Projekte und Dienstleistungen dürfen wir uns von SourceOECD in Zukunft erwarten?
DA: Innovationen, die einen Mehrwert für den Nutzer bieten, werden kontinuierlich für SourceOECD entwickelt. In unseren E-Books findet man beispielsweise unter vielen Grafiken und Tabellen so genannte „StatLinks“. Über die dort angegebenen Links kann man die entsprechenden Daten im Excel-Format zur Weiterbearbeitung herunterladen. Diese Innovation ist bei unseren Nutzern sehr gut angekommen – im ersten Halbjahr 2006 hat es bereits rund 500.000 StatLink-Downloads gegeben.
Künftig wird man bei SourceOECD mehr Interaktivität erleben: Reference Linking (die Verknüpfung von Literaturzitaten mit elektronischen Volltexten) wird demnächst eingeführt; auch ein Zitatwerkzeug, das den sekundenschnelle Export bibliografischer Angaben (z.B. in EndNotes oder RefWorks) ermöglicht, wird entwickelt. Das Wichtigste ist aber, dass SourceOECD-Nutzer die gesuchte Information so einfach und so schnell wie möglich finden können. Dazu wird es Ende 2007 eine ganz neue Version von SourceOECD geben - mit verbesserter Suchfunktion, einfacher Navigation und noch klarerer Präsentation der bisherigen Inhalte.
MB: Das Geschäft mit Online-Bibliotheken und Datenbanken blüht, zumindest was die Anzahl der Anbieter betrifft. Wo driftet diese Industrie in den nächsten Jahren hin – noch mehr Anbieter, oder steht doch bald eine Konsolidierung an? Welchen neuen Technologien können die Nutzer von Online-Diensten erwarten?
AD: Bei internationalen Organisationen wird es zunächst noch mehr Anbieter geben: IWF und UNESCO stehen beispielsweise kurz vor der Einführung ihrer elektronischen Bibliotheken. Ich bezweifele, dass es in absehbarer Zeit zu einer Konsolidierung unter den internationalen Organisationen bzw. Non-Profit-Anbietern kommen wird. Jede Organisation beharrt zu sehr auf die Unabhängigkeit; Übernahmen im konventionellen Sinn kann es im Non-Profit-Bereich auch nicht geben. Allerdings gibt es namhafte kleinere Organisationen, die jährlich nur eine handvoll sehr wertvoller Publikationen herausbringen und ein geeignetes „Zuhause“ für Ihr Online-Angebot suchen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Inhalte von solchen Organisationen künftig auf einer größeren Plattform zu finden sein werden - vielleicht sogar auf SourceOECD.
Für die nächste Zukunft erwarte ich, dass neue Technologien wie „Shibboleth“, die den Zugriff auf verschiedene Online-Dienste durch eine einmalige Autorisierung ermöglichen, sich rasch durchsetzen werden. Das wird Vorteile gleichwohl für Nutzer als auch für Anbieter bringen. Die neue Version von SourceOECD wird diese Technologie natürlich unterstützen.
MB: Vielen Dank für das Interview!
Einen 7-tägigen Testzugang zu SourceOECD gibt es hier.
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