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	<title>Comments on: Online Kommunikation: Nutzung von Blogs, Chats und Foren</title>
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	<description>Nicht alles, aber vieles über online Bibliotheksdienste, Suchmaschinen, Webkataloge und Informationsmanagement</description>
	<pubDate>Sat, 19 Jul 2008 23:23:33 +0000</pubDate>
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		<title>By: Dr. Jan Hachenberger</title>
		<link>http://www.buzinkay.net/blog-de/2006/10/online-kommunikation/#comment-8377</link>
		<dc:creator>Dr. Jan Hachenberger</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jul 2007 06:05:33 +0000</pubDate>
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		<description>Auf der Knowtech 2006 stellten Vertreter von Siemens den Siemens Mitarbeiter-Weblog vor. Neben durchaus unternehmensrelevanten Themen fand sich – soweit wie ich mich erinnern kann – auch ein Eintrag mit der Überschrift „Powerpoint Krankheiten“. Als hätten die Referenten es geahnt, dass ich nach weiteren skurrilen Einträgen fragen würde, kam bei der Erläuterung des Screenshots der Hinweis, dass im Sommer 2006 auch ein Weblog zur Fußball Weltmeisterschaft bestand, der erst vor kurzem geschlossen wurde. Leider blieb keine Zeit, um nach dem unternehmerischen Nutzen solcher Einträge zu fragen. 

Hier gilt der Spruch aus Goethes Zauberlehrling: „Die Geister die ich rief, werd` ich nun nicht los". Die Technologien sind da, aber es fehlt die Kontrolle, neudeutsch: Governance. Konsequenzen: Jeder Mitarbeiter wird motiviert, aufgefordert oder fühlt sich verpflichtet, sein Wissen mit anderen zu teilen, in dem er ALLES ausspeichert, was nach seiner Meinung anderen oder vielleicht auch nur ihm selber Nutzen stiftet, und sei es die Anerkennung der Kolleginnen und Kollegen. Ich sehe die Einträge unter der Rubrik „Powerpoint Krankheiten“ direkt vor meinem geistigen Auge.

- Sind mehr als 20 Bulletpoints pro Folie sinnvoll?
- Reicht ein Bild auf einer Folie aus?
- Ab welcher Schriftgröße kann man in 5 Metern Entfernung nichts mehr erkennen?

Und damit das Prinzip der Freiwilligkeit und des Fair Play – propagierter Grundgedanke einer Community – gewahrt bleibt, greift man in das Geschehen nicht ein und lässt die Mitarbeiter gewähren. So stehen Unternehmensstatistiken und vertriebliche Best Practice Beispiele neben der Kritik am Präsentationsstil von teuren Beratern und den Ergebnissen des letzten Spieltags der Bundesliga. Schön, das es noch Unternehmen wie Siemens gibt, die ihren Mitarbeitern soviel Gutes tun.

Das die oben genannten Technologien nur dann einem Unternehmen Nutzen stiften, wenn sie zumindest in einem gewissen Umfang kontrolliert werden, steht auch nach Ansicht von Larry Sanger, Mitgründer von Wikipedia außer Zweifel. Erst vor kurzem habe ich hierzu einen Kommentar gelesen: (Quelle Spiegel Online, „Wikipedia-Gründer fordert Wikipedia heraus“ vom 17. Oktober 2006). Dort findet sich folgende Passage: „Wikipedia war wiederholt wegen schwerwiegender Fehler in einzelnen Artikeln in die Schlagzeilen geraten. … Sanger will, dass sich die Citizendium-Community eine eigene Charta schafft: eine Art Leitbild, in der Ziele, Umgangsregeln und Rechte der Mitglieder geregelt werden. Aufpasser sollen die Einhaltung der Charta überwachen und im Extremfall auch Mitglieder ausschließen, die sich nicht daran halten. Artikel in Citizendium sollen wie in Wikipedia grundsätzlich von jedermann bearbeitet werden können. Allerdings will Sanger dies nur registrierten Nutzern erlauben. Diese müssten sich außerdem mit ihrem wirklichen Namen und einer gültigen E-Mail-Adresse anmelden. 

Also: Gilt der Grundsatz "Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser" ?! Das Maß an Kontrolle ist der Kasus Knaxus. Zuviel und die Mitarbeiter verlieren die Lust, zu wenig und der Topf quillt über. Resümee: Man sollte im Unternehmen immer jemanden haben, der die Zauberformel für Blogs, Wikis und Podcasts kennt:

"In die Ecke, Besen! Besen! Seids gewesen! Denn als Geister ruft euch nur, zu seinem Zwecke, erst hervor der Alte Meister."</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Knowtech 2006 stellten Vertreter von Siemens den Siemens Mitarbeiter-Weblog vor. Neben durchaus unternehmensrelevanten Themen fand sich – soweit wie ich mich erinnern kann – auch ein Eintrag mit der Überschrift „Powerpoint Krankheiten“. Als hätten die Referenten es geahnt, dass ich nach weiteren skurrilen Einträgen fragen würde, kam bei der Erläuterung des Screenshots der Hinweis, dass im Sommer 2006 auch ein Weblog zur Fußball Weltmeisterschaft bestand, der erst vor kurzem geschlossen wurde. Leider blieb keine Zeit, um nach dem unternehmerischen Nutzen solcher Einträge zu fragen. </p>
<p>Hier gilt der Spruch aus Goethes Zauberlehrling: „Die Geister die ich rief, werd` ich nun nicht los&#8221;. Die Technologien sind da, aber es fehlt die Kontrolle, neudeutsch: Governance. Konsequenzen: Jeder Mitarbeiter wird motiviert, aufgefordert oder fühlt sich verpflichtet, sein Wissen mit anderen zu teilen, in dem er ALLES ausspeichert, was nach seiner Meinung anderen oder vielleicht auch nur ihm selber Nutzen stiftet, und sei es die Anerkennung der Kolleginnen und Kollegen. Ich sehe die Einträge unter der Rubrik „Powerpoint Krankheiten“ direkt vor meinem geistigen Auge.</p>
<p>- Sind mehr als 20 Bulletpoints pro Folie sinnvoll?<br />
- Reicht ein Bild auf einer Folie aus?<br />
- Ab welcher Schriftgröße kann man in 5 Metern Entfernung nichts mehr erkennen?</p>
<p>Und damit das Prinzip der Freiwilligkeit und des Fair Play – propagierter Grundgedanke einer Community – gewahrt bleibt, greift man in das Geschehen nicht ein und lässt die Mitarbeiter gewähren. So stehen Unternehmensstatistiken und vertriebliche Best Practice Beispiele neben der Kritik am Präsentationsstil von teuren Beratern und den Ergebnissen des letzten Spieltags der Bundesliga. Schön, das es noch Unternehmen wie Siemens gibt, die ihren Mitarbeitern soviel Gutes tun.</p>
<p>Das die oben genannten Technologien nur dann einem Unternehmen Nutzen stiften, wenn sie zumindest in einem gewissen Umfang kontrolliert werden, steht auch nach Ansicht von Larry Sanger, Mitgründer von Wikipedia außer Zweifel. Erst vor kurzem habe ich hierzu einen Kommentar gelesen: (Quelle Spiegel Online, „Wikipedia-Gründer fordert Wikipedia heraus“ vom 17. Oktober 2006). Dort findet sich folgende Passage: „Wikipedia war wiederholt wegen schwerwiegender Fehler in einzelnen Artikeln in die Schlagzeilen geraten. … Sanger will, dass sich die Citizendium-Community eine eigene Charta schafft: eine Art Leitbild, in der Ziele, Umgangsregeln und Rechte der Mitglieder geregelt werden. Aufpasser sollen die Einhaltung der Charta überwachen und im Extremfall auch Mitglieder ausschließen, die sich nicht daran halten. Artikel in Citizendium sollen wie in Wikipedia grundsätzlich von jedermann bearbeitet werden können. Allerdings will Sanger dies nur registrierten Nutzern erlauben. Diese müssten sich außerdem mit ihrem wirklichen Namen und einer gültigen E-Mail-Adresse anmelden. </p>
<p>Also: Gilt der Grundsatz &#8220;Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser&#8221; ?! Das Maß an Kontrolle ist der Kasus Knaxus. Zuviel und die Mitarbeiter verlieren die Lust, zu wenig und der Topf quillt über. Resümee: Man sollte im Unternehmen immer jemanden haben, der die Zauberformel für Blogs, Wikis und Podcasts kennt:</p>
<p>&#8220;In die Ecke, Besen! Besen! Seids gewesen! Denn als Geister ruft euch nur, zu seinem Zwecke, erst hervor der Alte Meister.&#8221;</p>
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