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Marketing öffentlicher Bibliotheken

Posted on | October 5, 2006 | No Comments

Öffentliche Bibliotheken sind in ihren Marketingaufgaben ungemein emsig, müssen sie doch im “Kampf der Informationsprovider” ständig neue Herausforderungen auf sich nehmen. Neueste Beispiele über Marketingaktionen, Imagekampagnen und Integration der Bibliothek in der Gesellschaft habe ich zusammengetragen.

Unser erstes Beispiel beleuchtet eine Image-Kampagne britischer Bibliotheken (der Recherchen-Blog berichtete darüber), die nun als “idea store” bezeichnet werden (sollen). Das Konzept der idea store ist einfach: modern, transparent, dem lebenslangen Lernen verpflichtet, und an die kulturelle Umgebung des jeweiligen idea store angepaßt.

In jeder Hinsicht soll ein idea store ein sozio-kulturelles Zentrum sein, sei es zur Recherche oder zu einem Café-Plausch. Diese Konzepte sind so nicht neu, und auch nicht fremd: der Wissensturm in Linz beispielsweise integriert Lernen und Bibliothek in einer symbiotischen Weise. Und in einem Interview bezeichnete die Leiterin der Dornbirner Stadtbücherei, Dr. Ulrike Unterturner, ihre Vision von einer öffentlichen Bibliothek als einen gesellschaftlichen Interaktionsraum.

idea store
Bild: der Eingangsbereich eines idea store

Unser zweites Beispiel, wie öffentliche Bibliotheken Marketing betreiben, bietet uns die Kinder- und Jugendbücherei der Stadtbücherei Rüsselsheim mit der Teilnahme am Projekt “Ich bin ein Lesestar“.

Dieses Projekt der Hessischen Leseförderung hat zum Ziel, Kinder zwischen der 3. und 5. Klasse mit öffentlichen Büchereien vertraut zu machen. Werkzeug dazu ist das Lesestar-Album, ein Sticker-Heft mit elf Fragen zur Bibliothek, zur Welt der Bücher und zum Leseverhalten der Kinder. Gefragt im Lesestar-Album wird etwa, wie man Menschen nennt, die Bücher schreiben, wann die Bücherei geöffnet ist oder wie das Lieblingsbuch heißt. Für jede der elf Antworten gibt es einen Sticker. Nach elf Bibliotheksbesuchen gibt es dann eine Urkunde, die den Besitzer als Lesestar auszeichnet und an einer Buchverlosung teilnehmen lässt. (via echo-online.de)

Und nun zum dritten Beispiel, bei dem Eigenfinanzierung und Werbung gleichermaßen bedient werden: Dublettenverkauf auf Volksfest (via Volksstimme.de). Neben Grillwürsten und Riesenbrezen entledigt sich die städtische Bücherei von Biederitz (Sachsen-Anhalt) beim traditionellen Ehlefest ihrer Dubletten oder unpopulärer Bücher. Mit 1 Euro pro Buch kann das Büchereibudget zwar nicht bedeutend gedeckt werden, aber wie wir wissen, auch Kleinvieh macht Mist.
[Technorati Tags: Bibliothek - - Lesen ]

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