Was haben Google Print, Amazon, Wikipedia & Co mit uns zu tun?

Ein Bericht vom österreichischen Bibliothekartag 2006: Dr. Ruth Wüst, Aargauer Kantonsbibliothek über die Zukunft von Bibliotheken, wie wir sie kennen.

Ruth Wüst (mehr zu Fr. Ruth Wüst hier) sieht in die Bibliotheksszene und sieht “bleiche Gesichter”: ein Gespenst geht um - Google Print. Denn Digitalisieren liegt im Trend:

  • in Bibiotheken: EU Digital Library, American Memory, World Digital Library (siehe auch Kurzmeldungen hier und hier)
  • kommerziell: Google Print, Google News Archive, Search Inside the book, Börsenverein Projekt

Verliert die Bibliothek also ihren Stellenwert als Zentrum des Informationsuniversums? Die Indikatoren zeigen, dass diese Position schwer zu halten sein wird:

  • Kosten steigen: Online Ressourcen, Massendigitalisierung, Open Archives Bewegung wächst
  • Finanzbudget, Personal sinken
  • Sind Bibliotheken also überhaupt noch zu halten?

Wie wird die Bibliothek derzeit gesehen?

  • Gesamtabfrage verteilter Kataloge: Rolle der Bibliothek weg vom Erschließer zum Führer im Informationsdschungel
  • Management-Sicht: Kosten stehen in keinem Verhältnis zur Nutzung (z.B. OPAC ein besseres Magazinverwaltungssystems)

Zum Digitalisierungswettlauf: Google wird von Bibliotheken als Konkurrent gesehen, das Rennen um die Digitalisierung ist jedoch verloren. Was ist aber mit Web 2.0? Ein weiterer Konkurrent? Das Web 2.0 bietet eine neue Perspektive: das Zentrum ist der Benutzer, der alle Dienste aktiv und passiv nutzt

  • RSS Feeds
  • Social Bookmarking
  • Bibliotheken
  • Google Print
  • Amazon
  • Folksonomy

Wo bleibt aber die Qualität bei Social Bookmarking? Über Tagging geschieht eine freihändige Verschlagwortung von Inhalten wie Webseiten. Teilweise bieten Bibliotheken diesen Service an (University of Pennsylvania).

Botschaft von Fr. Wüst: neue Dienste adaptieren und integrieren, den eigenen Horizont erweitern. Bibliotheken sind aufgefordert, außerhalb ihrer bisher bekannten Grenzen zu denken. Ist das Sammeln, Erschließen, Aufbewahren noch unsere Kernaufgabe?

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1 Kommentar zu “Was haben Google Print, Amazon, Wikipedia & Co mit uns zu tun?”

  1. MBI Blog » Blog Archive » Was hat es mit Social Search auf sich? Says:

    [...] Die Probleme durch die neuen Werkzeuge sind bekannt und jetzt schon Legende (siehe auch die Debatte über die Zukunft der Bibliothek). Oder wie es Chris Shermann so klar ausdrückt: [...]

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