Bibliotheken und die anderen
In Vorschau auf den Österreichischen Bibliothekartag 2006 in Bregenz möchte ich ganz besonders ein Thema hervorheben, dass Bibliotheken bereits jetzt nahe geht: die Online-Konkurrenz. Am Österreichischen Bibliothekartag 2006 wird Ruth Wüst, Direktorin der Aargauer Kantonsbibliothek das Verhältnis von Bibliotheken und den online-Konkurrenten Google Print, Amazon, Wikipedia und den vielen anderen schon bestehenden oder noch kommenden Web-Diensten betrachten.
Im Angesicht rascher technologischer Entwicklungen wie dem Aufkommen von Google Scholar (wie aus dem Nichts) und der Veränderung von Kundenverhalten und -bedürfnissen haben Bibliotheken ein “ernstes” Problem: wie mit diesen neuen Konkurrenten umgehen, beziehungsweise wie überhaupt mit Wettbewerbern umgehen?
Die neuen online-Kataloge bieten Funktionen und Möglichkeiten, von denen OPACs nur träumen können, wie Ruth Wüst fest stellt. Und weiter: “Wir dagegen bieten komplexe Schlagwortsysteme und perfekte Katalogisierung. Aber ist es das, was unsere Benutzer brauchen und nutzen oder dienen unsere Kataloge vor allem uns selbst, zur Bestandeskontrolle, als Liefersystem vom Magazin zum Benutzer?”
Wir können also auf den Beitrag gespannt sein. Schwerpunkte sind:
- Können Bibliotheken das Wettrennen der Digitalisierung gewinnen?
- Ist es eigentlich unsere Aufgabe im grossen Stile Bücher zu digitalisieren?
- Haben unsere Kataloge überhaupt noch eine Zukunft?
- Sind sie vielleicht zur „letzten Meile“-Technologie geworden?
Eine anderen Zugang zu diesem Thema stellt Dr. Lewandowski in seinem Beitrag vor.
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August 31st, 2006 at 4:48 pm
1) Es nützt den Bibliotheksbenutzern und damit den Bibliotheken, wenn unsere Online-Kataloge benutzerfreundlicher werden. - Bibliotheken.at ist meiner Einschätzung nach zb ein Produkt der digitalen Steinzeit!
Hier, bitte lieber Wettbewerb, bring hier endlich Leben rein!!!
2) Eine Aufregung über ein angebliche Wettrennen zwischen Bibliotheken und Onlinediensten ist künstlich. Dass es in Wirklichkeit keinen Wettbewerb zwischen Büchern und Internettexten gibt, weiß jeder Mensch, der sich ein Buch kauft, aus welchen Gründen auch immer.
Dass Internet etwas kann, was Bücher nicht können ist unstrittig,
dass ein Moped etwas kann, was ein Fahrrad nicht kann, ebenfalls. -
Ist aus diesem Grund ein Moped bereits eine (unliebsame?) Konkurrenz zum Fahrrad?
3) Überlegen wir in diesem Zusammenhang folgende Fragen:
Welche Fahrräder lassen sich gut (und teuer!) verkaufen?
Wer kauft Mopeds? Wer kauft Fahrräder?
Wem hat die Erfindung von Mopeds genützt? Wem geschadet?
Um wen geht es denn eigentlich: Wer ist denn die wichtigste Person, die/der tatsächliche “Arbeitgeber/in” der Büchereien???