Buchtipp zur Mediengeschichte

Mediengeschichte ist ein interessantes und umfangreiches Thema - es gibt uns Auskunft über die Kommunikationsformen der Menschen. Ein einführendes Buch zu diesem Thema ist von Werner Faulstich im UTB Verlag erschienen.

Werner Faulstich hat mit diesem Buch eine Kurzfassung seiner schon vor mehr als zehn Jahren erschienenen Bände zur Mediengeschichte geschrieben. Die Kurzfassung liegt in zwei Teilen vor (den ersten Teil: ‘Mediengeschichte von den Anfängen bis 1700′ bespreche ich hier nicht).

Das sehr handliche Büchlein (rund 200 Seiten) geht kurz und bündig auf die Mediengeschichte im Allgemeinen ein, bevor sie sich verschiedener, für die Mediengeschichte interessanter Epochen widmet:

  • Die bürgerliche Gesellschaft (1700 - 1830)
  • Medienwandel im Industrie- und Massenzeitalter (1830 – 1900)
  • Die neue elektronische Welt
  • Ausblick – Globalisierung und Digitalisierung (1900 – heute)

Was zu allererst auffällt: das Buch ist graphisch sehr gut aufbereitet und gegliedert. Kleine Zusammenfassungen (‚Merksatz’), schöne Textstrukturierung mit Farbe, Fettdruck und graphischen Elementen erhöhen den Lesefluss erheblich.

Jedes Kapitel beschreibt zunächst den gesellschaftlichen Kontext der Medien und des Mediengebrauchs, ehe einzelne Medien detaillierter besprochen werden. Das gilt im Besonderen für die Mentalitätsgeschichte, vor deren Hintergrund die Entwicklung von Medien gut erklärt werden kann, z.B. der Zeitung und ihrer Bedeutung für das Bürgertum.

Immer wieder entdecke ich während der Lektüre interessante Hinweise wie einen Beitrag über die große Bedeutung des Privatbriefs für das Bürgertum, den massenhaften Einsatz von Werbung mit Hilfe von Plakaten im 18. Jahrhundert, die Fotographie als Selbstinszenierung des Bürgers und den Bilderbogen als moralisches, informatives oder unterhaltendes Werkzeug.

Zahlreiche weiterführende Literaturangaben und Illustrationen ergänzen die einzelnen Abschnitte des Buches. Eine Zusammenfassung der einzelnen Perioden bietet nochmals einen guten Überblick.

Fazit: für den Medien-Interessierten eine gute und brauchbare Einführung in die Mediengeschichte, die Lust auf mehr macht. Wer sich also unsicher ist, ob Mediengeschichte ‚das’ Thema ist, ist mit diesem Büchlein gut beraten. Einer weiteren Vertiefung kann ein guter Überblick nie schaden.

Bibliographische Angaben:
Werner Faulstich
Mediengeschichte von 1700 bis ins 3. Jahrtausend
UTB 2006, Göttingen
ISBN 3-8252-2740-5

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Mediengeschichte

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