Suchmaschinen: Neue Herausforderungen für die Medienpolitik
In der dieswöchigen Rezension geht es um ein Werk aus der Schriftenreihe ‚Medienforschung’: Band 50 – Suchmaschinen: Neue Herausforderungen für die Medienpolitik; von Marcel Machill und Norber Schneider.
Der vorliegende Band ist eine Zusammenfassung einer Konferenz zur Problematik ‚Suchmaschinen und ihre publizistische Macht’, die im Mai 2004 in Berlin statt fand. Drei Themenblöcke gehen das Thema an:
- Suche im Internet: Markt, Entwicklung und Politik
- Suchmaschinen und Jugendschutz
- Aktuelle Suchmaschinenforschung
Ich möchte dabei einen Beitrag herausgreifen und kurz zusammenfassen. Es geht um das Leitthema – Herausforderungen für die Medienpolitik durch Suchmaschinen. Michael Schneider betrachtet zunächst kritisch die Vormachtstellung Googles. Er tut das aber nicht mit nackten Zahlen, sondern über das Selbstverständnis, das viele NutzerInnen pflegen: wenn ich Informationen benötige, dann schaue ich im Web nach, und gesucht wird über Google, was sonst?
Auch wenn sich die Informationslage für diesen Beitrag aus dem Jahr 2004 dramatisch verändert hat, so sind deren Grundaussagen weiterhin gültig:
- Der Markt der Suchdienste wird im Wesentlichen von drei großen Spielern dominiert (Google, Yahoo! und MSN)
- Der Trend im Web geht in Richtung Integration von Anwendungen und nicht in die ‘Spezialisierung’ einzelnen Komponenten wie Suchmaschine, Betriebssystem oder Datenbank
- Seiten wie Google werden immer mehr zu Dienstleistungsportfolios greifen und eine Vielzahl von Services anbieten, die eine Schnittstelle zu traditionellen Medien bilden.
Das Schlussplädoyer von Schneider ist eindeutig: Google und die Suchmaschinen werden nicht für immer das Quasi-Monopol der Informationsvermittlung im Web haben. Dennoch müsse man diesen Unternehmen auf die Finger schauen und besonders deren Politik, was im jeweiligen Index auftaucht und was nicht (Stichwort Zensur, Stichwort Suchalgorithmen), zur Diskussion stellen. Was für alle Unternehmen mit marktbeherrschender Stellung in beliebigen anderen Märkten zu gelten habe, das muss für Google & Co genauso gültig sein.
Insgesamt ein interessantes Buch, das zwischen den Anfängen und der Zukunft des Web eine Brücke schlägt. Für Medienfachleute, Marketing-Spezialisten und Informationsdienstleister eine brauchbare Lektüre.
Bibliographische Angaben:
Marcel Machill und Norber Schneider
Suchmaschinen: Neue Herausforderungen für die Medienpolitik
Verlag Vistas, 2005
ISBN 3891584105
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