John Erpenbeck zu Social Skills durch Social Software

In seiner Keynote zur EduMedia Fachtagung 2006 in Salzburg erörterte John Erpenbeck die Frage, ob Social Skills durch Social software erlernbar sind.

Sein Vortrag beginnt mit dem Abstecken der Begriffe: Was sind Skills? Was sind Kompetenzen? Was heißt überhaupt Lernen und schon gar im Netz? Auf einen Nenner gebracht: Kompetenzen setzen sich aus verschiedenen Formen von Wissen zusammen, doch das von Erpenbeck anvisierte Wissen sind Kompetenzen aus dem Bereich des Handelns. Notwendig für ein Handeln sind Werte als Ordnungsparameter.

Bei Social Skills handelt es sich nach Erpenbeck um Fähigkeiten, Handlungen unter kollektiver Unsicherheit auszuführen: Unsicherheit, weil nicht zu 100% klar ist, welche Werte gelten und welche nicht. In klassischen e-Learningsituationen kommt dies nicht zur Sprache, weil es zu keinem echten Dialog kommt, zu keiner Rückkopplung, die für die Entwicklung von Social Skills wichtig wäre. Klassisches e-Learning ist auf Fachkompetenzen ausgerichtet, wie Erpenbeck betont.

Nur eine Software, die ‚Konflikte’ im neutralen Sinne fördert, trägt zu Handlungslernen bei. So können Wikis, Blogs, Videoblogs, RSS, Podcastings, Trackbacks, Tagging und Folksonomies zu mehr Kompetenzerwerb beitragen, weil hier

  • ein zweiseitiger Zugang zum Lernstoff besteht (Student – Lehrer)
  • jeder zum gesammelten Wissen der Lerngruppe beitragen kann
  • die Verortung der Wissensbestandteile und deren Priorisierung durch die Teilnehmer geschieht
  • Lernen eine eigene Dynamik durch das Tun gewinnt
  • der Selbstreflexion explizit Platz eingeräumt wird
  • ein Thema offen und nicht abgeschlossen bleibt.

Erpenbeck kommt zu seiner Schlussfolgerung, dass Social Software besser geeignet ist, Werte und Social Skills weiterzugeben als klassische e-Learning-Anwendungen.

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One Response to “John Erpenbeck zu Social Skills durch Social Software”

  1. [...] Ein weiterer Themenbeitrag von der EduMedia 2006. Diesmal dreht es sich um die Einsatzmöglichkeiten von online Spielen als Lernwerkzeug. Neben dem Beitrag von John Erpenbeck beschäftigten sich während der EduMedia 2006 viele weitere Beiträge mit der Notwendigkeit, soziales Lernen zu ermöglichen. Jörg Zumbach schilderte die Option, eine Lernsituation anhand von realistischen Beispielen zu gestalten (Social Software Training mit Goal-Based Scenarios) und so zur Simulation sozial-kommunikativer Problemsituationen zu nützen. Das ermöglicht das Erlernen von Social Skills. [...]

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