Sharelook als Suchdienst und Katalog
Haben Sie schon von Sharelook gehört? Nun, Sharelook behauptet von sich selbst, ‚eines der großen europäischen Internet-Verzeichnisse’ zu sein. Die Anfänge reichen bis in das Jahr 1996 zurück. Es stehen Web-Kataloge in verschiedenen Ländern zu Verfügung, so in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Großbritannien und Frankreich. Der deutsche Katalog soll über 250.000 Einträge umfassen. Schauen wir uns das mal genauer an.
Sharelook bietet zunächst eine typische Yahoo!-Ansicht: eine einfache Suchfunktion (Metasuche) im oberen Bereich des Browser-Fensters, darunter der in die oberen Themenbereiche aufgegliederte Katalog. Hinter diesem Katalog, der manuell von Redakteuren erstellt wird, steht auch ein Netz von Spezialkatalogen zu Themen wie Reisen, Musik, Online-Shopping oder sogenannte City-Guides für zahlreiche Großstädte (diese Links stehen in der linken Navigationsleiste).
Die Metasuche bedient sich ‚Apollo 7’, einer Meta-Suchmaschine, welche Altavista, Lycos, MSN, Qualigo, den eigenen Sharelook-Katalog, Yahoo sowie je nach regionalen Einstellungen auch weitere regionale Datenbanken durchsucht.
Sharelook bietet einen Expresseintrag in ihren Katalog um Euro 95 innerhalb von 5 Tagen an. Eine Gratis-Anmeldung ist auch möglich, dann aber nicht so schnell. Außer Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Großbritannien haben alle übrigen Länder keinen eigenen Katalog, sondern bieten nur die Metasuche oder die Kategoriesuche an.
Bei der Ausgabe der Suchergebnisse ist leider die Trennung zwischen Werbung und ‚natürlichen’ Treffern nicht klar und meiner Meinung nach bewusst verschwommen. Der Hauptteil der Treffer bieten meist Google AdWords-Anzeigen, die ja an sich nicht sinnlos sind, da kontext-basierend, aber sie gehören dem eigentlichen Sharelook-Katalog nicht an. Das mag oft über fehlenden Inhalt hinweg täuschen: ich klicke mich einfach mal in die Kategorie ‚Vorarlberg’ und erhalte 5 Google Anzeigen (alles Wellness-Hotels in Vorarlberg) und 2 Verweise: eine auf die Arbeiterkammer Vorarlberg und eine auf einen Event-Veranstalter im Bregenzerwald. Naja. Der Gegencheck mit ‚Wien’: quantitativ dasselbe Ergebnis, mit Wien-bezogenen Anzeigen.
Bei anderen Kategorien wie ‚Wirtschaft’, ‚Reisen’ oder ‚Erotik’ sieht es (naturgemäß) ein wenig besser aus. Das mag aber nicht über das das Layout (der Suchergebnis-Seite) hinwegtäuschen, welches nicht nur verwirrend, sondern auch nicht schön anzuschauen ist. Dieser Malkasten könnte durchaus eine optische Generalüberholung gebrauchen.
Und wenn ich meinen eigenen Namen unter dem Werbeblock für EBay-Auktionen sehe (als Versteigerungsobjekt), dann denke ich mir meinen Teil, still und leise…
Eine interessante Sache könnten die regionalen Kataloge sein, also alle um ein Ballungsgebiet gruppierten Einträge. Ich schaue mir an, was im Wiener Spezialkatalog unter Hochschulen steht und vergleiche das Ergebnis mit den Resultaten aus Sharelook.at der gleichen Kategorie. Ergebnis: Einträge, die eindeutig dieser Kategorie (Hochschule, Wien) zugeordnet sind, also z.B. Uni Wien, erscheinen im Sharelook.at Katalog, aber nicht im Spezialkatalog Wien. Auch hier zeigen sich Defizite, oder ich verstehen die Handhabung nicht.
In Summe ist Sharelook sicher kein Expertenwerkzeug. Die Treffer sind oft lausig und die Katalogeinträge oft undurchschaubar miteinander verbunden und dann wieder nicht. Das Aussehen einer Plakatwand unterstützt diesen Eindruck im negativen Sinne weiter. Leider, denn die Ansätze wären vorhanden…
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