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Technologische Trends beim Einsatz semantischer Netzwerke – Teil 1

Posted on | April 10, 2006 | 1 Comment

Dieser Post ist eine Rezension eines Buchbeitrages von Ulrich Bügel (Frauenhofer-Institut IITB in Karlsruhe), die im Sammelband ‚Knowledge extended’ erschienen ist (Jülich 2005, Band 14).
Ulrich Bügels Anliegen ist es zunächst, den Boden für semantische Technologie, wie sie im Web 2.0 verwendet wird, aufzubereiten. Dies wird auch der Inhalt des 1. Teils dieser Rezension sein. Der 2. Teil beschäftigt sich dann mit Bügels Annahmen über zukünftige Anforderungen an Informationsprojekte.

Nun aber zunächst zu der im Allgemeinen vertrauten Ausgangslage – der Ablage von Informationen (meist in Form von Dokumenten) in Content oder Document Management Systemen (CMS). Auch wenn es diese Ordnungssysteme von der Stange zu kaufen gibt, so gilt für alle Informationsprojekte eines: man muss wissen, was man ablegen will. Auch wenn dies trivial klingen mag, die Aufgaben sind vielfältig, aufwändig und folgenreich:

  1. Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme: welche Dokumente liegen vor? Implizit oder explizit?
  2. Darauf aufbauend werden sog. Wissensbausteine definiert, also typische Elemente der Wissenslandschaft wie Dokumente, Personen, Projekte
  3. Für jeden Baustein werden Eigenschaften festgelegt, die ihn beschreiben sollen
  4. Zur Erfassung der Eigenschaften werden entsprechende Eingabemasken erstellt

Diese Grundstruktur erlaubt es dem Nutzer, mit Hilfe von Suchinstrumenten und Navigationshilfen, den Content eines solchen Wissensrepositoriums zu untersuchen. In den ‚klassischen’ Anwendungen dieser Art werden hierarchische Navigationsstrukturen verwendet, die jedoch bei wissensintensiven Dokumentationen (Forschung, Firmenwissen u.ä.) an ihre Grenzen stoßen.

Die Grenzen der hierarchischen Einordnung stellt Bügel schon in relativ einfachen Relationen von (drei) Bausteinen fest, die untereinander durch verschiedene Beziehungsebenen verbunden sind. Eine Hierarchie wird oft obsolet, wenn Wissensbausteine bidirektionale Verbindungen aufweisen. In einer typischen Hierarchie wäre eine Verdoppelung der Bausteine notwendig.
Bügel gibt ein triviales Beispiel: Personen (Wissensbaustein 1) erstellen Dokumente (Wissensbaustein 2). Dokumente werden in Projekten (Wissensbaustein 3) erarbeitet und Projekte werden von Personen bearbeitet. Eine Hierarchie ist hier nur unter Annahmen von Redundanzen möglich.

Um diese komplizierte und umfangreiche Ordnung zu verhindern, bietet sich die Methode der Vernetzung der Bausteine an. Diese kann (technisch gesehen) durch Hyperlinks bewerkstelligt werden. Dies erweist sich in der Praxis aber als schwerfällig, weil Hyperlinks im Code verankert sind und daher de facto nicht wartbar. Aus diesem Grund kommen Technologien zum Einsatz, die eine Verbindung (=Vernetzung) von Wissensbausteinen anhand von Automatismen bewerkstelligen können. Das Semantic Web und die ihr zu Grunde liegenden Ontologien sind von solcher Art.

Technologische Trends beim Einsatz semantischer Netzwerke – Teil 2

Und hier das Buch zur Rezension – Knowledge extended!

Comments

One Response to “Technologische Trends beim Einsatz semantischer Netzwerke – Teil 1”

  1. MBI Blog » Blog Archive » Technologische Trends beim Einsatz semantischer Netzwerke – Teil 2
    June 19th, 2006 @ 5:38 am

    [...] Der 2. Teil der Rezension beschäftigt sich mit Bügels Annahmen über zukünftige Anforderungen an Informationsprojekte. Der 1. Teil ist hier nachzulesen. [...]

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