Wikipedia, Open Access & Co - Herausforderung für Verlage, Teil 3

Im abschließenden und dritten Teil der Serie über die Herausforderung durch freie Enzyklopädien wie Wikipedia für Lexikonverlage geht es um mögliche Strategien für die bisherigen Platzhirsche. In den 2 Teilen zuvor hatte ich Wikipedia vorgestellt und die Strategien der Software-Industrie im Umgang mit Open-Source-Software (Teil 1 und Teil 2). Die Ausführungen basieren auf dem Beitrag von Christoph Bläsi im Sammelband ‘Knowledge extended‘.

Offensichtliche Strategien, die aus der OSS-Herausforderung abzuleiten wären, sind:

  • Freigabe lexikalischer Substanzen
  • Weiterentwicklung freier Substanzen
  • Entwicklung von gewinnerwirtschaftenden Komplementärprodukten
  • interne Prozesse an denen der OSS auszurichten
  • Entwicklung von neuen, innovativen Produkten
  • Bereitstellung von qualitativ sehr hochwertigen Produkten für spezielle Kunden

Bläsi bewertet die Strategie, offene Substanzen in die eigene Produktpalette aufzunehmen, als ratsam, aber nur dann, wenn die Komplementärprodukte entsprechenden Gewinn versprechen lassen und sie das Gesamtpaket abrunden.
Es stellt sich immer mehr heraus, dass Verlage jene Strategien einschlagen werden, die zum einen das ‘Nachmachen’ durch die OA-Enzyklopädien unmöglich machen (innovative, komplexe Lösungen), zum anderen die Qualitätsschraube besonders hoch anziehen, so dass spezielle Kunden exklusiv bedient werden können.

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