Optimierungspotenziale bei der praktischen Umsetzung von Open Access, Teil 1
Der zweite Beitrag (der erste Beitrag ‚Generierung von Ontologien’ ist hier nachzulesen), dem ich mich aus dem Sammelband „Knowledge extended“ widmen möchte, beschäftigt sich mit dem top-aktuellen Thema ‚Open Access’. Autor Christian Woll untersucht, inwiefern gängige Open Access Strategien erfolgsversprechend sind und waren.
Im ersten Teil dieser Serie zu diesem Buchbeitrag fasse ich quasi einleitend den Begriff und definiere mit den Worten von Christian Woll den Status Quo. Im zweiten Teil behandle ich zentral das Thema ‚Geschäftsmodelle’ von Open Access, während im abschließenden dritten Teil Christian Woll seine strategischen Ansichten präsentieren wird.
Was ist nun ‚Open Access’ wirklich? Heißt das einfach kostenfreier Zugang oder steckt mehr dahinter? In einer schönen und kurzen Einleitung informiert uns Christian Woll, dass die Kostenfreiheit ein wesentliches Merkmall von Open Access darstellt, aber auch die Zugangsbarrieren keine mehr sein sollten. Das heißt, dass die Autoren bzw. Rechteinhaber von Open Access Dokumenten / Formaten sämtlichen Nutzern das freie, unwiderrufliche, weltweite Recht auf Zugriff, Ausdruck, Gebrauch, Verteilung und öffentlicher Ausstellung zugestehen, im Austausch zur korrekten Benennung des Autors.
Zahlreiche Erklärungen wie die Berlin Declaration präzisieren die Anforderungen Open Access Publikationen weiter: die Publikation muss in mindestens einem Online-Archiv gespeichert sein, welches den OAI-Standard enthält.
Wie steht es also um Open Access derzeit? Christian Woll widmet sich den zwei maßgeblichen Open Access-Strategien:
- Open Access Publishing mittels Open Access-Zeitschriften
- Open Access Publishing mit Hilfe des Self-Archiving
Zunächst wird festgestellt, dass in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen durchaus unterschiedliche Rezeptions- und Publikationsgewohnheiten vorherrschen. So nutzen die Lebens- und Naturwissenschaftler Zeitschriftenaufsätze mit Abstand am häufigsten, während Geisteswissenschaftler zu einem großen Teil über Monographien Informationen einholen. Daraus leiten sich auch unterschiedliche Strategien im Hinblick auf Open Access Publikationen ab, wie es in den nächsten beiden Teilen dieser Serie zur Sprache kommen wird.
Die verschiedenen Deklarationen zu Open Access definiert folgende 3 Merkmale, die für Open Access Zeitschriften zu gelten haben:
- Peer-Review ist gängiger Standard
- Kostenfreie und unverzügliche Zurverfügungstellung
- Interessierte können Nutzungsrechte frei erwerben
Der Bekanntheitsgrad solcher Open Access Zeitschriften ist unterschiedlich, in Deutschland eher gering (nur 38% der Wissenschaftler kennen Open Access Zeitschriften). Gerade einmal 1% hat in einer solchen Zeitschrift veröffentlicht.
Die größten Zeitschriften dieser Art sind:
- BioMed Central
- Public Library of Science (PLoS)
- In Deutschland: German Medical Science – GMS und Digital Peer Publishing – DiPP
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