Widerstand überwinden
Ein interessanter Artikel im CIO weckte neulings meine Aufmerksamkeit. Die These des Autors lautet: bei mangelnder (Produkt-)Innovation ist nicht ein zuwenig an kreativen Ideen die Ursache, sondern vielmehr der Widerstand bei deren Umsetzung.
Eine gute, flüssige Umsetzung von Ideen ist tatsächlich ein seltenes Phänomen. Grund dafür liegt nach Meinung von Michael Schrage im unternehmensinternen Modus des Widerstands gegen Veränderungen.
Die Ausflüchte, warum und aus welchem Grund etwas nicht möglich ist, übertreffen die Obst- und Gemüsevielfalt am Wiener Naschmarkt. Diese Erkenntnis kann sich nicht nur auf den IT-Bereich beziehen, sondern auf sämtliche Bereiche eines Unternehmens. Die Innovationskultur ist gekoppelt mit der Umsetzungsfreudigkeit, und in diesem Punkt ist Michael Schrage beizupflichten.
Ein besonderer Aspekt von Umsetzungsfeindlichkeit ist von oben strikt kontrollierte Veränderung. Nicht selten werden Mitarbeiter, die sich mit neuen Ideen und Vorschlägen im guten Glauben an ihre Vorgesetzte gewandt haben, von obersten Stellen harsch zurück gepfiffen. Begründung: das sei nicht die ‘offizielle Linie’. Mit der Konsequenz, dass diese Mitarbeiter nie mehr mit innovativen Vorschlägen aufhorchen lassen werden. Auch werden sie sich in Zukunft sträuben, bei angestrengten Veränderungsprozessen zu kooperieren, da diese ja von oben sanktioniert wurden.
Eine solche Führung demonstriert geradezu paranoide Führungsschwäche, indem sie Führung durch Kontrolle sämtlicher Bewegung im Unternehmen zu bewahren versucht. Dass dabei die Innovationskraft auf der Strecke bleibt, ist nur eine Folge von vielen. Das fehlende Vertrauen der Führung in ihre Mitarbeiter ist die Ursache, die Lösung aber heißt teilhaben lassen und transparent führen.




Leave a Reply