Google Print mit neuem Namen
Die Google Print-Debatte erhitzt nun schon seit längerem die Gemüter, nicht nur die der Juristen, Bibliothekare und Copyright-Befürworter und Gegner. Meistens aber geht es gar nicht um Google Print, sondern um das Google Library Projekt. Was ist der Unterschied?
Google Print ist eine Suchfunktion im Google Index, der gezielt nach Buchtiteln Ausschau hält. Damit lassen sich in Büchern Stichwörter finden und die konkrete Seite auch online anschauen. Das ganze Werk ist damit aber nicht veröffentlicht, sondern nur jene Seite, die mit Suchbegriff korrespondiert. Es finden sich nur Seiten von Werken, deren Verlage (Copyright-Inhaber) mit Google kooperieren und so Werbeplatz für ihre Erscheinungen erhalten. Die für viele konfuse Bezeichnung dieses Features ‘Google Print’ wurde nun sinnvollerweise in ‘Google Book Search’ umbenannt.
Google Library ist eine Art Lieferant für Google Print. In seiner ursprünglichen Intention sollte Google Print Content aus den Beständen von Bibliotheken digitalisieren und Google Print zur Verfügung stellen. Hier wurde jedoch nicht nach dem Copyright gefragt. Zur Verwirrung trug letztlich bei, dass Google die Sorgen der Rechteinhaber nicht klar genug beantwortete: Google Library macht Inhalte von digitalisierten Werken suchbar, aber das einzelne Werk wird nicht im Internet veröffentlicht, außer das Copyright ist bereits erloschen oder der Rechteinhaber akzeptiert dies. Was Google hier erstellt, ist ein Stichwortkatalog von in Bibliotheken erhältlichen Büchern.
Die Verquickung von Google Library, welches massiv ins Schussfeld von Copyright-Befürwortern geraten ist, und Google Print, wirkte sich sehr nachteilig für Letzteres aus. Darin ist auch ein weiterer Grund zu sehen, warum Google Print zu Google Book Search mutiert ist: Imagewechsel.
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