Optimierungspotenziale bei der praktischen Umsetzung von Open Access, Teil 3

Im zweiten Teil der Serie habe ich mich mit Erfolgsfaktoren und Geschäftsmodellen für Open Access Publikationen auseinander gesetzt, basierend auf den Ausführungen von Christian Wolf im Sammelband ‚Knowledge extended’. Im dritten Teil geht es nun um seine strategischen Vorstellungen, wie Open Access zu einem Erfolgsmodell werden kann.

Nun, hier wirkt der Beitrag von Christian Woll leider ein wenig enttäuschend: von Strategie im engeren Sinne ist hier keine Rede; stattdessen werden Handlungsfelder benannt, denen konkrete Einzelmaßnahmen vorgestellt werden – zur Umsetzung. Christian Woll berücksichtigt zwar hier die Notwendigkeit der Priorisierung der Einzelmaßnahmen untereinander, aber auch hier zeigt sich das Fehlen einer Strategie.

Die Handlungsfelder sind jene kritischen Erfolgsfaktoren, die im Teil 2 dieser Serie genannt wurden. Wie diese zusammenspielen und welche zu priorisieren sind, bleibt leider unerwähnt. Kritisch anzumerken ist, dass die Prämisse, die diesem Vorschlag zugrunde liegt, eine Open Access Strategie ist eine für alle eine einheitliche und einzige, ein u.U. fataler Irrtum ist. Hier gibt es zum einen unterschiedlichste Interressenslager, die Open Access aus ihrer Warte auch unterschiedlich wahrnehmen und nutzen wollen. Zum anderen muss von den jeweiligen, individuellen Ressourcen, Motiven und Handlungsalternativen ausgegangen werden, die in einem allgemeinen Modell wie dem Strategievorschlag von Christian Woll keinerlei Platz haben (können).

Die Ideen, die Christian Woll in die Einzelmaßnahmen mischt, sind durchaus ernst gemeint und auf den ersten Blick stimmig. Hier ein Beispiel:
Handlungsfeld: Autorenbetreuung
Einzelmaßnahmen:

  • allgemeine Beratung, Telefon- und Email-Support
  • spezielle Kurse und Schulungsangebote
  • Entwicklung und Bereitstellung von Authoring Tools zur Minimierung des zeitlichen Aufwands für die Autoren
  • Schaffung von Mehrwertdienstleistungen

Leider fehlt die strategische Komponente in den Überlegungen völlig. Auch muss hinterfragt werden, wie realistisch solche Forderungen im wissenschaftlichen Alltag überhaupt sind. Um den Autor in Schutz zu nehmen: das Ziel dieses Beitrages war es, die Lage und die Erfolgsfaktoren von Open Access als Modell vorzustellen. Christian Woll zeigt jene Optimierungspotenziale auf, die es in der Tat im Bereich von Open Access in Hülle und Fülle zu geben scheint. Von einer Strategie kann hier in diesem Beitrag aber leider keine Rede sein.

Posting bookmarken | Sphere it





Verwandte Artikel:

  • None
Sie können alle Kommentare zu diesen Beitrag über RSS 2.0 verfolgen. Sie können eine Antwort hinter lassen, oder von Ihrer Seite den Beitrag verfolgen.

1 Kommentar zu “Optimierungspotenziale bei der praktischen Umsetzung von Open Access, Teil 3”

  1. MBI Blog » Blog Archive » Optimierungspotenziale bei der praktischen Umsetzung von Open Access, Teil 2 Says:

    [...] « Optimierungspotenziale bei der praktischen Umsetzung von Open Access, Teil 1 Optimierungspotenziale bei der praktischen Umsetzung von Open Access, Teil 3 » [...]

Hinterlassen Sie eine Antwort

 
Close
E-mail It